archiv
90  Sept./Okt. 2007 ZUR SACHE
 

 
NOVO abonnieren
 
 

 

Inside

NOVO 90

Cover NOVO 90

Editorial

von Thomas Deichmann


 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

Heft 90: Übersicht
 




Geplante Bildung





„Ein Gespenst geht um in den Universitäten – das Gespenst des Neoliberalismus.“ So beginnt unser „Hörsaal“ zum Thema Bildung und Forschung von Boris Kotchoubey. Unser Autor kritisiert die schleichende Ökonomisierung der deutschen Hochschulen und rät jenen, die sich von der „Qualität“ einer ausschließlich auf den Markt orientierten Forschung überzeugen wollen, einen Blick nach Russland zu werfen. Die einst berühmte russische Grundlagenforschung sei, dank der Marktfokussierung, mittlerweile fast vollständig ausgerottet. Ein russischer Professor oder Institutsleiter verdiene mitunter weniger Geld als eine Putzfrau.
Von diesen Zuständen sind wir ohne Frage weit entfernt. In vielen Bereichen der Politik dominiert aber auch hier und heute ein technokratischer Ansatz, der komplexe gesellschaftliche Prozesse auf mathematische Gleichungen und Zielvorgaben zu reduzieren versucht. Kotchoubey spricht in diesem Sinne auch von einer Regulierungsbesessenheit, die sich unweigerlich zu den Ökonomisierungstendenzen geselle, und er wagt die Prognose: „Die Befürchtung, dass die deutsche (vielleicht auch die europäische) Wissenschaft zu Wirtschaft verkommt, mag berechtigt sein. Aber nicht zur Marktwirtschaft, sondern zur Planwirtschaft.“ Befördern neuerdings auch marktliberale Ansätze aufgrund ihres einseitigen Reduktionismus’ postmoderne Betonstrukturen?
Die beschriebene Regulierungswut scheint heute ein zentrales Markenzeichen unterschiedlichster politischer Strömungen zu sein – seien sie offiziell eher marktliberal oder staatsdirigistisch orientiert. So werden auch Schulen und Kindergärten von allerlei Strategen in Programme und Pläne gepresst und müssen fortan kontrolliert funktionieren. „Controlling und nochmals Controlling“ sei heute an Schulen angesagt, beklagt Josef Kraus an anderer Stelle unseres Magazins. Das klassische „Kerngeschäft“ der Wissensvermittlung verkümmere hingegen immer mehr. Kraus fordert eine „Re-Kultivierung unserer Gesellschaft und unseres Bildungsgeschehens“. Mehr zum Thema lesen Sie in diesem Novo auch bei Frank Furedi und Hubert Markl. Passt zu den monierten Entwicklungen nicht auch die von Carl Wiemer angeprangerte Konfektionierung des deutschen Literaturbetriebs? Lesen Sie selbst.

   

Anregende Lektüre wünscht Ihr

       

Thomas Deichmann
Chefredakteur

 

 



 

In eigener Sache


>Vom 10. bis 14. Oktober 2007 findet die Frankfurter Buchmesse statt (www.frankfurter-buchmesse.de). Novo ist mit einem eigenen Stand vertreten. Sie finden uns in Halle 4.1 (F 141), wir freuen uns auf Ihren Besuch.
>Novo ist Partner der am 27. und 28. Oktober 2007 in London stattfindenden internationalen Konferenz Battle of Ideas (www.battleofideas.co.uk). Für Autoren und Abonnenten bieten wir ermäßigte Eintrittskarten. Melden Sie sich, wenn Sie teilnehmen möchten.
>Novo feiert mit der Herausgabe der kommenden Ausgabe 91 (11–12 2007) sein 15-jähriges Jubiläum. Für November planen wir eine kleine Feier für Mitarbeiter, Autoren und Förderer, in deren Rahmen auch eine inhaltliche und eine Perspektivendiskussion stattfinden soll.
 




 


 

Next NOVO


Das nächste (Jubiläums-)Magazin (Novo91/92, 11/07 - 2/08) erscheint Anfang November. Themenvorschläge sind willkommen.
 


 

 

Da wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der extern gelinkten Seiten haben, distanzieren wir uns ausdrücklich von den Inhalten aller extern gelinkten Seiten auf der Website www.novo-magazin.de und den darunterliegenden Seiten und machen uns die Inhalte der gelinkten Seiten nicht zu eigen.

Der Ordnung halber verweisen wir auf den folgenden Disclaimer.

 

 
   
© Copyright 1999-2009   Novo Argumente Verlag GmbH



Wir spüren in den Nischen des globalen intellektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können...  >> Dafür steht NOVO