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89  Juli/August 2007 HÖRSAAL

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NOVO 89

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Das Einzige, vor dem wir
uns fürchten sollten, ist
die Kultur der Angst selbst


von Frank Furedi

 

 

 

 

 

 

 

Die Privatisierung der Angst fördert eine introvertierte Haltung gegenüber dem Selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Angst selbst, und nicht das, worauf wir mit Angst reagieren, erscheint als das spezifische Problem unserer Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ungezügelte Angstproduktion wird von einer Gesellschaft generiert, die durch Verunsicherung und Angst vor dem Wandel gezeichnet ist und stets dazu neigt, das Schlimmste zu befürchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Angst hat aufgehört auf, nur ein Gefühl zu sein, sie ist zu einem maßgeblichen Aspekt der eigenen Identitätskonstruktion geworden.

 

Heft 89: Übersicht
 




Das Einzige, vor dem wir uns fürchten sollten, ist die Kultur der Angst selbst

 

Frank Furedi erklärt, wie das Regime der Unsicherheit unser Denken und Handeln lähmt.



Angst spielt im Bewusstsein des 21. Jahrhunderts eine zentrale Rolle. Zunehmend betrachten wir unterschiedlichste Themen durch das Prisma der Angst. Dieser Trend begann schon im 20. Jahrhundert (1), aber er hat sich in den letzten Jahrzehnten, in dem eine Reihe konkreter Ängste kultiviert worden sind, markanter ausgeprägt.

Die Bedeutung, die Angst in unserer Kultur gewonnen hat, findet ihren Niederschlag in Konzepten wie „Politik der Angst“, „Kriminalitätsangst“ oder „Zukunftsangst“, die inzwischen zum Alltagsvokabular gehören. Angst äußert sich dabei nicht nur in Bezug auf medial aufbereitete Katastrophenthemen wie Terrorismus, Klimawandel, Aids oder Grippeepidemien, sondern, wie viele Studien festgestellt haben, auch in Form kleinerer Alltagsängste.

Phil Hubbard schrieb 2003, ein Klima der Angst „durchdringe die sozialen Räume des Alltagslebens“. (2) Brian Massumi spricht in diesem Zusammenhang von „gedämpfter Angst“. (3) In den letzten Jahren wurde Angst in unterschiedlichsten Kontexten diskutiert: dem Aufstieg des Risikobewusstseins (4), der Angst im urbanen Raum (5), der Furcht vor Kriminalität (6), der Angst vor dem „Anderen“ (7), der Verstärkung von Angst durch die Medien (8), Angst als Diskursform (9), ihr Einfluss auf das Recht (10), der Beziehung zwischen Angst und Politik (12) und der Frage, ob Angst eine „spezifische Kulturform“ sei (13).

Meist wird Angst allerdings im Verhältnis zu ihren konkreten Auslösern diskutiert und nur selten als soziologisches Phänomen. Elemer Hankiss meint, die Rolle der Angst werde „in den Sozialwissenschaften stark vernachlässigt“; ernsthafte Aufmerksamkeit finde sie „in Philosophie, Theologie und Psychiatrie, weniger in der Anthropologie und Sozialpsychologie und am allerwenigsten in der Soziologie“. (14) Es gibt wenig theoretische Reflektion über Angst, viel dagegen über das Risiko. Da wird Angst zwar gelegentlich als Synonym für Risiko verwendet, aber die Angst selbst als Phänomen kaum untersucht.

Der bisher vielleicht wichtigste Beitrag zur soziologischen Analyse der Angst stammt von Norbert Elias. Im zweiten Band seines Hauptwerks Über den Prozess der Zivilisation schrieb er, Angst sei einer der wichtigsten Mechanismen, durch den „die Strukturen der Gesellschaft in psychologische Funktionen des Individuums übertragen werden“, und folgerte, der „zivilisierte Charakter“ werde zum Teil durch diesen Prozess der Internalisierung von Angst konstruiert. Das ist eine wichtige Erkenntnis über die Geschichte von Angst und Gesellschaft (15), aber sie wurde bislang leider nicht in Bezug auf die aktuelle Erfahrung von Angst weiterentwickelt. Viele Denker und Autoren neigen stattdessen dazu, das Konzept der Angst als keiner weiteren Analyse bedürftig hinzunehmen.

Dieser Essay untersucht, wie Angst funktioniert und welche Aspekte die heutige Kultur der Angst bestimmen. David Garland schrieb 2001 in The Culture of Control zur Angst vor Kriminalität, hier würden „unsere Ängste und Ressentiments, aber auch die Vorstellungen und Erzählungen unseres gesunden Menschenverstandes zu festen kulturellen Skripten, die durch kulturelle Normen erhalten und reproduziert werden“.

Das Konzept des kulturellen Skripts ist für das Verständnis von Emotionen wie Angst hilfreich. Ein kulturelles Skript kommuniziert Regeln über Gefühle sowie Ideen darüber, was solche Gefühle bedeuten. Menschen interpretieren und internalisieren diese Regeln je nach Temperament und den Umständen, in denen sie leben. Dazu meinte Elias: „Die Stärke, Art und Struktur der Ängste und Unsicherheiten, die im Individuum schwelen oder brennen, sind niemals nur durch seinen eigenen 'Charakter' bestimmt“, sondern vielmehr „in letzter Instanz immer durch die Geschichte und reale Struktur seiner Beziehungen zu anderen Menschen“. (16)

Welchen Einfluss Angst auf ein Individuum hat, hängt von der Situation ab, in der es sich befindet, ist aber zu einem gewissen Anteil auch das Produkt sozialer Konstruktion. (17) Angst wird durch ein kulturelles Skript geprägt, das Menschen vorgibt, wie sie auf Gefährdungen ihrer Sicherheit zu reagieren haben. Um Angst in der Gegenwart zu verstehen, muss man den Einfluss der Kultur in den Blick nehmen und die Bedeutung untersuchen, die sie der Angst beimisst, sowie die Regeln und Gewohnheiten, die die Art prägen, in der Angst erlebt und ausgedrückt wird.

Wichtig ist dabei auch die Frage nach der Bedeutung emotionaler Ereignisse. (18) Eine der interessantesten Studien zur Geschichte der Emotionen kam zu dem Ergebnis, wir müssten zwischen den „kollektiven emotionalen Normen einer Gesellschaft“ und den subjektiven Gefühlen des Individuums unterscheiden. (19) Das emotionale Erlebnis des Individuums ist natürlich ein wichtiger Aspekt des Problems der Angst, aber Angst ist auch ein soziales Phänomen. Die kulturellen Normen, die Art, in der wir unsere Gefühle steuern und ausdrücken, prägen auch die Art, in der Angst erlebt wird.

So wissen wir zum Beispiel, dass die Intensität der Angst nicht direkt dem objektiven Ausmaß der gegebenen Bedrohung entspricht. Gefahren lösen nicht direkt Angst aus, sondern unsere Reaktionen werden durch kulturelle Normen vermittelt, die einem sagen, was von einem erwartet wird, wenn man einer Bedrohung gegenübersteht.

Arlie Hochschild beschrieb 1979 diese informellen Erwartungen an unsere Reaktionen in ihrer bedeutenden Studie zur Soziologie der Gefühle als „Gefühlsregeln“. (20) Diese „feeling rules“ beeinflussen unser Verhalten; sie sagen uns, was wir fürchten und wie wir es fürchten sollten. Dazu meint Anthony Giddens: „Menschen gehen mit Gefahren und den Ängsten, die mit ihnen verbunden sind, auf der Grundlage von Regeln für Gefühle und Verhalten um, die Teil ihres täglichen Verhaltens und Denkens geworden sind.“ (21) Aber die Verwandlung beunruhigter Reaktionen in Angst setzt auch die Intervention sozialer Kräfte voraus, die ich als „Angstunternehmer“ bezeichnet habe. (22)

Der Soziologe David Altheide schrieb vor wenigen Jahren: „Angst geschieht nicht einfach. Sie ist sozial konstruiert und wird dann von denen manipuliert, die sich davon Vorteile versprechen.“ (23) Diese Darstellung sozial konstruierter Angst mag zwar den Aspekt des Eigennutzes der „Angstunternehmer“ überbewerten, aber die Rolle menschlicher Akteure in der Erzeugung von Angst hervorzuheben, ist trotzdem eine sinnvolle Alternative zu der Vorstellung, Angst sei einfach natürlich oder ein rein psychologisches Phänomen.

Bedeutung und Erfahrung von Angst werden also laufend durch kulturelle und historische Faktoren geprägt. So ist zum Beispiel die historische Angst vor Hungersnöten etwas ganz anderes als unsere heutige Angst, dick zu werden. (24) Auch die Bedeutung, die Menschen einst der Angst vor Gott oder vor der Hölle beigemessen haben, ist etwas anderes als unsere heutige Angst vor Umweltverschmutzung oder Krebs. Auch hat Angst nicht immer nur negative Konnotationen. Der englische Philosoph Thomas Hobbes betrachtete Angst im 16. Jahrhundert als entscheidend für die Entwicklung des Individuums und einer zivilisierten Gesellschaft. (25) Hobbes und anderen galt Angst als relativ vernünftige Reaktion auf neue Ereignisse und große Veränderungen. Auch in Hinblick auf das Individuum galt Angst keineswegs immer als negative Emotion. In seinem Essay „Towards an Apprehension of Fear“ schrieb David Parkin 1986, noch im 19. Jahrhundert habe man Angst mit Ehrfurcht, Verehrung und Respekt assoziiert. Heute hingegen hat die Idee der „Angst vor Gott“ keine positive Bedeutung mehr.

Die Dinge werden weiter dadurch kompliziert, dass die Worte, mit denen wir Angst beschreiben, ebenfalls kulturell und historisch spezifisch sind. Heute sprechen wir von Angst als einem diffusen, unspezifischen und stark durch die therapeutische Sicht des Individuums geprägten Phänomen. In ihrer wichtigen Studie zur Kulturgeschichte der Angst wies Joanna Bourke 2005 auf die Bedeutung der jüngsten „Verwandlung von Angst in Sorge durch die therapeutische Revolution“ hin. (26) Sorgen über Risiken, Stress, Traumata oder Verletzlichkeit zeigen deutlich, dass ein individualisiertes therapeutisches Vokabular heute unser Empfinden und Denken über Angst beeinflusst.

Die moderne Kultur der Angst
Von Ann Swidler stammt die treffende Beobachtung, Menschen unterschieden sich stark darin, „wie viel Kultur sie auf ihr Leben anwenden“, aber im bloßen Akt des Einsatzes von Kultur lernten Menschen, „wie sie besondere Arten von Personen sein oder werden können“. (27) Swidler argumentiert, diese „Selbstformung“ erfolge durch laufende Bezugnahme auf die symbolischen Ressourcen der uns umgebenden Kultur. „Durch Erfahrung mit Symbolen erlernen Menschen Wünsche, Stimmungen, Gewohnheiten des Denkens und der Gefühle, die keiner je allein erfinden könnte“, schreibt sie. Und diese Denk- und Fühlgewohnheiten nehmen Einfluss darauf, wie Menschen ihre Erfahrungen interpretieren, wie sie Bedrohungen wahrnehmen und wie sie auf sie reagieren. Norbert Elias meinte, Stärke und Form von „Scham, Kriegsangst und Gottesfurcht, Schuld, Angst vor Strafe oder vor Verlust des sozialen Prestiges, unsere Angst vor uns selbst und vor Überwältigung durch die eigenen affektiven Impulse“ hängen von der „Struktur der Gesellschaft und unserem persönlichen Schicksal in ihr ab“.

Bedrohungen werden durch kulturelle Wahrnehmung vermittelt. Und heute ist der Einfluss der Kultur bedeutender als früher. In einem Aufsatz über die politischen Implikationen des Diskurses über Angst schrieb Stefanie Grupp, individuelle Ängste würden durch die Medien kultiviert und seien immer seltener das Resultat direkter Erfahrungen. „Angst wird immer weniger aus erster Hand erfahren und immer mehr auf diskursiver und abstrakter Ebene“, so Grupp. Sie fügt hinzu, es bestehe ein „genereller Übergang von angsterfülltem Leben zu einem Leben mit angsterfüllten Medien“. (28)

Dieser Gedanke findet sich auch bei Altheide, der behauptet: „Die populäre Kultur ist der treibende Faktor des Angstdiskurses gewesen.“ (29) Das scheint auch Osama bin Laden begriffen zu haben. In einem Interview im Oktober 2001 antwortete er auf die Frage, warum die westlichen Medien so anti-humanistisch seien: „… [weil] sie Angst und Hilflosigkeit in der Psyche der Menschen in Europa und den Vereinigten Staaten implantieren.“ Für den Rechtstheoretiker Christopher Guzelian ist dieser indirekte Charakter der Angst das Kennzeichen der heutigen Kultur der Angst. Er schrieb, die „meisten Ängste im Amerika des elektronischen Zeitalters“ seien das Ergebnis von „Risikoinformationen (ob zutreffend oder falsch), die in der Gesellschaft kommuniziert werden“, und folgerte: „Heute verursacht nicht persönliche Erfahrung, sondern Risikokommunikation die meisten Ängste.“ (30)

Trotzdem wäre es falsch, Angst primär der Macht der Medien zuzuschreiben. Aufgrund der sehr realen Dynamik der Individuierung wird Angst heute in atomisierter Form erlebt – und das prägt ihre Form und Bedeutung. Nan Elin meinte zu diesem Übergang von kollektiver zu individuierter Angst in seinem 1999 erschienenen Postmodern Urbanism, die Angst, die wir heute empfänden, sei nicht mehr die vor „gefährlichen Klassen“; stattdessen sei die Angst „nach Hause gekommen“ und privatisiert worden. (31) Das Empfinden von Angst wird isoliert internalisiert, beispielsweise als Angst vor Kriminalität oder als banale „ubiquitäre Angst“ (so Hubbard) vor dem Leben im Allgemeinen. Hubbard schrieb, diese Art der Angst verlange, dass wir „wachsam jeden trivialen Aspekt unseres Lebens beobachten“, da selbst „alltägliche Handlungen heute als inhärent riskant und gefährlich“ wahrgenommen würden. (32)

Die Privatisierung der Angst fördert eine introvertierte Haltung gegenüber dem Selbst. Eine interessante Studie stellte fest, dass Menschen, wenn man sie über die persönlichen Risiken befragt, denen sie gegenüberstehen, dazu neigen, „Krisen, Ängste und Sorgen als selbst erzeugte, individuelle Probleme zu betrachten – als Produkte ihrer 'persönlichen Biografie'“. (33)

Angst als eigenständiges Problem
In den aktuellen Debatten über Risikobewusstsein taucht immer wieder die Frage auf, ob die Gesellschaft heute ängstlicher sei als früher. Manche glauben, Ausmaß und Charakter der Angst seien heute anders, da es scheint, „als sei Angst überall“. (34) Studien zur Angst vor Kriminalität behaupten, die Angst im Alltagsleben nehme zu. So schreibt Elin: „Der Angstfaktor ist definitiv gewachsen, wie die Zunahme verriegelter Auto- und Haustüren und der Sicherheitssysteme, die Popularität umzäunter oder gesicherter Wohngebiete in allen Alters- und Einkommensgruppen und die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raums belegen …“ (35)

Doch eine Zunahme der Angst lässt sich schwer messen, da selbst die Bedeutung der Angst sich laufend verändert. Deshalb meint Andrew Tudor, „einfach die Vielfalt der Ängste zu dokumentieren, die in unseren Kulturen heute anzutreffen sind, [sei] ... nicht genug.“ (36) Wir müssten bedenken, dass „der grundlegende Charakter spätmoderner Konzepte der Angst von denen anderer Zeiten und Gesellschaften abweicht“. Will man Erkenntnisse über den soziokulturellen Charakter zeitgenössischer Angst gewinnen, gilt es folglich, sich auf die Qualität und Bedeutung von Angst zu konzentrieren statt auf ihre Quantität.

Oft wird behauptet, Angst sei die prägende kulturelle Stimmung unserer Zeit. Doch die Institutionalisierung von Angst durch ständige Warnungen vor Gesundheitsrisiken, durch das Risikomanagement, durch Medienberichte usw. ist kein Beweis für eine Zunahme der Ängste. Vielleicht haben sie zugenommen, vielleicht nicht. Noch können wir aus den vorliegenden Belegen ableiten, dass Menschen heute Angst intensiver spüren als frühere Generationen. Die Bedeutung, die der Angst heute zukommt, ist lediglich ein Hinweis darauf, dass Angst als Rahmen fungiert, in dem wir eine Vielzahl unterschiedlicher Erfahrungen interpretieren.

Die starke Bedeutung der Angst in der zeitgenössischen Kultur verweist überdies darauf, dass Angst selbst ein Problem geworden ist. Angst wurde in den letzten Jahren, vor allem als Ergebnis der Risikotheorie, objektiviert. Alan Hunt hat darauf hingewiesen, dass der „Risikodiskurs Ängste in eine objektivierte Problematik verwandelt“ habe. (37) Folglich wird Angst zunehmend als autonomes Problem betrachtet. Und deshalb wird sie zu einem Diskurs, der „sich über einen konkreten Referenten hinaus erweitert und stattdessen als übergreifende Orientierungsmarke dient“. (38)

Ein charakteristisches Merkmal heutiger Angst ist, dass ihr scheinbar eine autonome Existenz zukommt. Sie ähnelt in dieser Hinsicht der Art, in der man soziale Sorge in den 40er- und 50er-Jahren verstand und diskutierte. (39) Doch obgleich Angst auch damals als diffuser und schwer zu fassender Zustand betrachtet wurde, scheint sie heute in objektivierter Form als gesellschaftliches Problem zu existieren. Angst selbst, und nicht das, worauf wir mit Angst reagieren, erscheint als das spezifische Problem unserer Zeit.

In der Vergangenheit haben Gesellschaften Angst gewöhnlich mit einer klar definierten Gefahr assoziiert: Angst vor dem Tod, Angst vor einem bestimmten Feind, Angst vor dem Hunger. Die Bedrohung wurde als Gegenstand der Furcht definiert; das Problem war nicht das Gefühl der Angst, sondern die Dinge, die man fürchtete: Tod, Krankheit, Hunger. Heute betrachten viele den bloßen Akt des Fürchtens als bedrohlich. So gilt zum Beispiel die Angst vor Kriminalität oft als gravierendes Problem, das in gewissem Maße unabhängig von konkreten kriminellen Handlungen besteht. Garland schreibt dazu: „Die Angst vor Kriminalität wird heute als Problem bewertet, ganz unabhängig vom konkreten Verbrechen oder dem Opfer, und es gibt politische Maßnahmen, die darauf abzielen, das Niveau der Angst zu senken, statt Kriminalität zu reduzieren.“ (40) In der Tat scheint es, als gelte Angst vor Kriminalität heute „als größeres Problem als die Kriminalität selbst“. (41)

Auch wenn Statistiken auf einen Zuwachs oder eine Abnahme der Angst vor Kriminalität hindeuten, bleibt stets unklar, was sie genau abbilden. Häufig sieht es so aus, als würden weniger die Ängste selbst gemessen als andere Attribute, die man besser als „Unsicherheit gegenüber dem modernen Leben“, als „Angstwahrnehmung“ oder „moderne Krankheit“ umschreiben könnte. (42)

Heutzutage werden Ängste und Befürchtungen in der Bevölkerung häufig als Faktoren diskutiert, die maßgebliche Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden haben können. Viele sind der Auffassung, dass Stress und Angst das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs und chronische Lungenkrankheiten erhöhen. (43) In Großbritannien kam eine unabhängige Expertengruppe zu Mobiltelefonen (IEGMP) zu dem Ergebnis, dass von diesen zwar keine gesundheitsschädliche Wirkung ausgehe. Doch die Ängste der Bevölkerung solle man trotzdem ernst nehmen, denn auch sie könnten schon krank machen. (44) Dass Angst als autonome Krankheitsursache diskutiert wird, ist ein relativ junges Phänomen. Darauf baut die Entwicklung von Strategien auf, um Angstgefühle zu managen und schädigende Folgen zu verhindern, statt sich auf die Ursachen der Angst zu konzentrieren. Haben Menschen die Befürchtung, dass ihre Gesundheit gefährdet sein könnte, so ist das schon ein Risikofaktor. (45) Die Rechtssysteme der USA und Großbritanniens haben diese Auffassung inzwischen übernommen. Dort werden Menschen von Gerichten für ihre Ängste entschädigt, auch wenn erkennbare physische Gründe nicht vorliegen. Wie Guzelian bemerkte, wurden Menschen früher nur für „wirkliche Ängste“ – Reaktionen auf tatsächliche Ereignisse – entschädigt. Heute dagegen gilt schon die Angst, etwas könne passieren, als ausreichend, um Entschädigungsansprüche geltend zu machen. (46)
Die Verselbstständigung der Angst ist eng mit der Vorstellung verbunden, dass Risiken als autonome Variablen unser Leben beeinflussen. Damit einher geht die Transformation von Risiken in durchweg negative Erlebnisse. Begriffe wie „positives“ oder „lohnenswertes Risiko“ tauchen in der heutigen Debatte so gut wie nicht mehr auf. Risiko hat seinen neutralen Charakter verloren und wird fast ausschließlich mit negativen und Angst auslösenden Auswirkungen assoziiert. Das Risikomanagement institutionalisiert diese Angst.

Der ungezügelte und rohe Charakter der Angst
Die heutigen Ängste erscheinen oft arbiträr, unvorhersehbar und maßlos, weil sie keiner konkreten Bedrohung mehr zuzuschreiben sind. Daher können sich Ängste auch ohne jeden erkennbaren Zusammenhang oder Grund thematisch verändern. Als im Juni 2002 der Baptistenprediger Reverend Jerry Vines behauptete, Mohammed sei ein „von Dämonen besessener Kinderschänder“ gewesen, nutzte er geschickt die schon gegebene Terrorismusfurcht für seine Propagandazwecke. (47) Die arbiträre Verbindung von Pädophilie und Terrorismus hatte einen verstärkenden Effekt. Ähnlich verstärkt die These, Hurrikane, Überschwemmungen oder sonstige Naturkatastrophen seien Folge der globalen Erwärmung, die Ängste vor solchen Ereignissen und prägt deren Interpretation.

Angst macht sich heute an unterschiedlichsten Phänomenen fest. Seit dem 11. September 2001 hat sich die Angst vor dem Terror stetig verbreitet und Einzug in fast alle Lebensbereiche gehalten. So argumentierte jüngst ein führender Ökonom, dass Unternehmen, Gesellschaften und Körperschaften ihre Risikodefinitionen neu prüfen und mittlerweile Szenarien in Betracht ziehen müssten, die vor einem Jahr nur in Science-Fiction-Romanen auftauchten. (48) In den fast sechs Jahren seit dem 11. September sind alle, früher als „normal“ betrachteten Risiken durch die assoziative Verknüpfung mit dem Terrorismus zu enormen Bedrohungen aufgewertet worden.

Dass immer weitere Bereiche des täglichen Lebens – Gebäude, Kraftwerke, die Wirtschaft etc. – als mögliche Ziele für Terroristen gelten, rührt nicht daher, dass Terroristen etwa besser ausgerüstet oder stärker geworden sind, sondern ist Ergebnis unserer sich ständig gegenseitig befruchtenden Ängste. Die ungezügelte Angstproduktion wird von einer Gesellschaft generiert, die durch Verunsicherung und Angst vor dem Wandel gezeichnet ist und stets dazu neigt, das Schlimmste zu befürchten.

Diese Kultur der Angst hat die Tendenz, das menschliche Handeln selbst als Risiko einzustufen, das gemanagt werden muss. Angst sowie Risiko sind zu selbstverständlichen Konzepten geworden, die ein Eigenleben zu führen scheinen. Für den französischen Soziologen Francois Ewald wird diese ängstliche Mentalität durch zunehmende Unsicherheit über die Ursache und Wirkung von Phänomenen weiter verstärkt. Er meint, die Institutionalisierung dieser Mentalität führe dazu, bei fast jeder Entscheidung, die wir treffen, den schlimmstmöglichen Ausgang zu erwarten. Diese Tendenz, Unsicherheit mit der Annahme von Katastrophenszenarien zu begegnen, lässt sich als Kausalitätskrise verstehen.

Die Frage nach der Kausalität ist unentwirrbar mit der Art verknüpft, wie Gesellschaften versuchen, mit Unglücksfällen umzugehen. „War es Gott?”, „War es die Natur?“ „War es menschliches Fehlverhalten?“ – Fragen wie diese prägen unsere Wahrnehmung und sind bezeichnend dafür, wie wir solche Ereignisse interpretieren. Unklarheit über Kausalzusammenhänge fördert Spekulation, Gerüchte, Misstrauen und kann dazu führen, dass Ereignisse zu Unrecht als unbegreiflich und unkontrollierbar gelten.

Die neue Identität der Verletzlichkeit.
Wen und was wir fürchten, wie wir unsere Ängste ausdrücken und wie wir mit ihnen umgehen, hängt in gewisser Hinsicht, wie Durkheim vor langer Zeit erkannte, davon ab, wer wir sind. (49) Die aktuelle Autonomisierung der Angst hat wichtige Implikationen für unsere Identität. Die Vermutung, wir seien Bedrohungen ausgesetzt, die ein Eigenleben führen, resultiert in der Annahme einer ubiquitären Gefährdung. Damit wird die traditionelle Beziehung zwischen individuellem Handeln und der Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung aufgelöst. (50) Bedrohtheit bezieht sich nicht mehr nur auf ein bestimmtes Problem, mit dem wir konfrontiert sein könnten, sondern bezieht sich ganz allgemein auf unser Leben. Sie gilt inzwischen, wie die Größe unserer Hände und Füße, als festes Attribut des Individuums, das auch die Grundlage bietet, ganze Gruppen von Menschen in „Gefährdungsgruppen“ einzustufen.

Die Vorstellung, gefährdet zu sein, befördert das, was wir „ängstliche Subjektivität“ nennen können. Ulrich Beck zufolge wird „die Bewegung, die durch die Risikogesellschaft in Gang gesetzt worden ist, durch die Aussage 'Ich habe Angst!' zum Ausdruck gebracht“. Dadurch, so Beck, werden menschliche Gemeinsamkeiten, die sich nach Bedürfnissen und Zielen definierten, durch Bedrohungsgemeinsamkeiten ersetzt. Angst wird zu etwas, das unsere Identitäten prägt und gestaltet.

Gefährdet sein weist dem Individuum eine passive und abhängige Rolle zu. Immer häufiger werden Menschen, die als gefährdet gelten, als „verletzliche“ Individuen betrachtet. Dieses Konzept unterstellt einen Mangel an emotionaler und psychologischer Fähigkeit der Einzelnen und der Gemeinschaft, vernünftige Entscheidungen treffen, Veränderungen zu bewältigen oder mit Unglück umgehen zu können. Heute gilt jeder als potenziell gefährdet. Insbesondere von Kindern wird automatisch angenommen, dass sie eine verwundbare Gruppe sind. Eine Untersuchung des Auftauchens des Konzepts der „verletzlichen Kinder“ ergab, dass dieses Konzept in einem Großteil der Literatur als „selbstverständlicher Bestandteil der Kindheit gehandelt wird, der keiner nennenswerten Erläuterung bedarf“: Kinder werden aufgrund ihrer Unreife grundsätzlich als verwundbar dargestellt, und dies wird als wesentliches Attribut der Kindheit vorausgesetzt. (51) Dieselbe Zuschreibung wird auch auf Frauen, Behinderte, ethnische Minderheiten, ältere sowie arme Menschen übertragen. Summierte man all diese Gruppen, käme man rasch auf fast 100 Prozent der Bevölkerung.

Das Empfinden der Verletzlichkeit ist heute so fest etabliert, dass seine Neuheit kaum noch wahrgenommen wird. Die Tendenz, Probleme von Kindern mit dem Begriff „Gefährdung“ zu umschreiben, setzte erst in den 80er-Jahren ein und gewann in den 90er-Jahren an Bedeutung, berichtet eine Studie. (52) Die Autoren untersuchten die große bibliographische Datenbank BIDS und fanden heraus, dass in den ersten vier Jahren des Zeitraums 1986–1998 jährlich weniger als zehn Referenzen zum Thema Kinder und Verletzlichkeit auftraten, während seit 1990 mehr als 150 Dokumente pro Jahr zu verzeichnen waren, wobei die Unmenge an nichtakademischer Literatur zum Thema gar nicht berücksichtigt wurde.

Dass der Begriff „verletzlich“ seit den späten 80er-Jahren seine Bedeutung verändert hat, mag noch wichtiger sein. Man begann, Verletzlichkeit als intrinsisches Merkmal von Menschen zu beschreiben und nicht mehr als Ergebnis bestimmter Umstände wie Armut. Verletzlichkeit als inhärentes Attribut des Individuums statt als Folge konkreter externer Gegebenheiten aufzufassen, ist ein weiteres Symptom für die Objektivierung von Angst. Ewald argumentiert, ein erhöhtes Risikobewusstsein steigere die Empfindung der eigenen Verletzlichkeit. Ab diesem Punkt hört Angst auf, nur ein Gefühl zu sein, und wird zu einem maßgeblichen Aspekt der eigenen Identitätskonstruktion.

Schlussfolgerung
Eine eingehende soziologische Analyse der Angst sollte untersuchen, wie diese Emotion in der heutigen kulturellen Perspektive vermittelt wird. Dabei ist auch die Kausalitätskrise in Betracht zu ziehen, die diese Thematik prägt. Es geht darum, aufzudecken, dass Ängste uns viel darüber verraten können, wie Menschen heute die Welt sehen und verstehen. In seiner Antrittsrede aus dem Jahr 1933 sagte der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt 1933, Furcht sei „... das Einzige, vor dem wir uns fürchten sollten“. Damit wollte Roosevelt der Öffentlichkeit vermitteln, dass es möglich und geboten sei, Angst zu minimieren. Darin artikulierte sich eine positive Vorstellung der Zukunft, die besagt, dass eine Gesellschaft, die an sich glaubt, Angst zurückdrängen kann. Heute geschieht das genaue Gegenteil: Politiker und Experten raten an, uns vor allem zu fürchten, auch vor uns selbst und vor unserer Furcht.

Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Reul und Osei Asante Gyapong.

 

 

 


 

Frank Furedi ist Professor für Soziologie an der Universität von Kent. Zuletzt ist von ihm als Buch erschienen: The Politics of Fear: Beyond Left and Right (Continuum 2005, EUR 21,50). Er ist Mitbegründer des Manifesto Club (www.manifestoclub.com). Seine Homepage findet sich unter www.frankfuredi.com. Furedis Essay erschien zuerst unter dem Titel „The only thing we have to fear is the 'culture of fear‘ itsel'“ im britischen Novo-Partnermagazin Sp!ked. In Novo88 diskutierte er in seinem Beitrag „Von Holocaustrevisionisten und Klimawandelleugnern“, wie eine säkulare Inquisition heute das freie Denken stigmatisiert.



 

Anmerkungen

(1) R. May: The Meaning of Anxiety, The Ronald Press Company. New York 1950.
(2) P. Hubbard: „Fear and loathing at the multiplex: everyday anxiety in the post-industrial city“ in: Capital & Class, Nr. 80/03.
(3) B. Massumi (Hg.): The Politics of Everyday Fear, University of Minnesota Press, Minneapolis 1993.
(4) P. Slovic: „Perception of Risk“ in: Science, Nr. 236/87.
(5) N. Ellin: „Thresholds of Fear: Embracing the Urban Shadow“ in: Urban Studies, Vol.38, Nr. 5-6/01.
(6) D. Garland: The Culture of Control; Crime and Social Order in Contemporary Society, Oxford University Press, Oxford 2001.
(7) R. Salecl: On Anxiety, Routledge, London 2004.
(8) D. L. Altheide: Creating Fear; News and the Construction of Crisis, Aldine De Gruyter; New York 2001.
(9) S. Grupp: Political Implications Of A Discourse Of Fear; The Mass Mediated Discourse Of Fear In the Aftermath Of 9/11, unveröffentlicht, Berlin 2003.
(10) C. P. Guzelian: Liability and Fear, Stanford Public Law and Legal Theory Working Paper Series: Stanford Law School, Stanford, Cal., 2004.
(11) F. Furedi: The Politics of Fear; Beyond Left and Right, Continuum Press, London 2006; C. Robin: Fear: The History of A Political Idea, Oxford University Press, New York 2004.
(12) F. Furedi: The Culture of Fear; Risk Taking And The Morality Of Low Expectations,
Cassell, London 1997; B. Glassner: The Culture of Fear; Why Americans Are Afraid Of The Wrong Things, Basic Books, New York 2004.
(13) A. Tudor: „A (macro) sociology of fear?“ in: Sociological Review, Vol. 51, Nr. 2/03, S. 238.
(14) E. Hankiss: Fears And Symbols; An Introduction To The Study of Western Civilisation, Central European Press, Budapest 2004.
(15) N. Elias: The Civilizing Process, Vol. 2 State Formation and Civilization, Basil Blackwell, Oxford 1982, S. 300, 326.
(16) ebd. S. 327.
(17) D. L. Altheide: Creating Fear; News and the Construction of Crisis, Aldine De Gruyter, New York 2001, S.24.
(18) D. L. Scruton (Hg.): Sociophobics: The Anthropology of Fear, Westview Press, Boulder 1986, S. 15.
(19) P. N. Stearns / J. Lewis: An Emotional History of the United States, The History of Emotions Series, New York University Press, 1998, S. 7.
(20) A. R. Hochschild: „Emotion Work, Feeling Rules, and Social Structure“ in: American Journal of Sociology, 11/79, S. 85.
(21) A. Giddens: Modernity and Self-Identity: Self and Society in the Late Modern Age, Polity, Cambridge 1991, S. 44.
(22) F. Furedi: The Politics of Fear; Beyond Left and Right, Continuum Press, London 2006.
(23) D. L. Altheide: Creating Fear; News and the Construction of Crisis, Aldine De Gruyter, New York 2001, S. 24.
(24) A. Beardsworth: Sociology on the Menu; An Invitation to the Study of Food and Society, Routledge, London 1997, S. 173.
(25) C. Robin: Fear: The History of A Political Idea, Oxford University Press, New York 2004.
(26) J. Bourke: Fear; a Cultural History, Virago Press, London 2005, S. 191.
(27) A. Swidler: Talk of Love: How Culture Matters, The University of Chicago Press, Chicago 2001, S. 46.
(28) S. Grupp: Political Implications Of A Discourse Of Fear; The Mass Mediated Discourse Of Fear In the Aftermath Of 9/11, unveröffentlicht, Berlin 2003, S. 43.
(29) D. L. Altheide: Creating Fear; News and the Construction of Crisis, Aldine De Gruyter, New York 2001, S. 177.
(30) C. P. Guzelian: Liability and Fear, Stanford Public Law and Legal Theory Working Paper Series: Stanford Law School, Stanford, Cal., 2004, S. 712, 767.
(31) N. Elin: Postmodern Urbanism, Princeton Architectural Press, New York 1999.
(32) P. Hubbard: „Fear and loathing at the multiplex: everyday anxiety in the post-industrial city“ in: Capital & Class, Nr. 80/03, S. 72.
(33) J. Tulloch / D. Lupton: Risk and Everyday Life, Sage Publications, London 2003, S. 38.
(34) D. L. Altheide: Creating Fear; News and the Construction of Crisis, Aldine De Gruyter, New York 2001, S. 175.
(35) N. Elin: Postmodern Urbanism, Princeton Architectural Press, New York 1999, S. 26.
(36) A. Tudor: „A (macro) sociology of fear?“ in: Sociological Review, Vol. 51, Nr. 2/03, S. 254.
(37) A. Hunt: „Risk and Moralization in Everyday Life“ in: R. V. Ericson / A. Doyle: Risk and Morality, University of Toronto Press, Toronto 2003, S. 174.
(38) S. Grupp: Political Implications Of A Discourse Of Fear; The Mass Mediated Discourse Of Fear In the Aftermath Of 9/11, unveröffentlicht, Berlin 2003, S. 18.
(39) R. May: The Meaning of Anxiety, The Ronald Press Company, New York 1950.
(40) D. Garland: The Culture of Control; Crime and Social Order in Contemporary Society, Oxford University Press, Oxford 2001, S. 10.
(41) J. Bannister / N. Fyfe: „Introduction: Fear and the City“ in: Urban Studies, Vol. 38, Nr. 5-6/03, S. 808.
(42) C. Hale, 1996, S. 84
(43) Siegel, 2005
(44) F. Furedi: „Book Review of Constructing Fear“ in: American Journal of Sociology, Vol.102/03, S. 4.
(45) Furedi 2004, S.137.
(46) C. P. Guzelian: Liability and Fear, Stanford Public Law and Legal Theory Working Paper Series: Stanford Law School, Stanford, Cal., 2004, S. 771.
(47) D. M. Filler: „Terrorism, Panic and Pedophilia“ in: Journal of Social Policy and the Law, Frühjahr 03, S. 345.
(48) Hale, 2002.
(49) R. Sparks / E. Girling / I. Loader: „Fear and Everyday Urban Lives“ in: Urban Studies, Vol. 38, Nr. 5-6/01, S. 885.
(50) Furedi, 2002
(519 R. Frankenberg / I. Robinson / A. Delahooke: „Countering essentialism in behavioural social science: the example of the 'vulnerable child' ethnographically examined“ in: The Sociological Review, 2000, S. 588f.
(52) ebd.

 

 



 



   
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