Inhalt
ZUR
SACHE
Von Thomas Deichmann
STICHWORT:
Deutschland und die Weltpolitik
Von Sabine Reul
POLITIK UND
GESELLSCHAFT
Frank Furedi:
Der Terror der Untergangspropheten
Katharina Rutschky:
Liegewiese – Ballspiele nicht gestattet!
[Heft S.12]
Hartmut Schönherr:
Heute schon gebettelt?
Sabine Beppler-Spahl:
Ehe und Familie im Wandel
Alexander Ewald:
Wie Mutter Natur unsere Gemeinschaft retten soll
[Heft S.18]
Michael Bross:
Vollmacht vom Froschkönig
WISSENSCHAFT
UND ÖKOLOGIE
Brendan O’Neill:
„Die Grünen wollen alles richtig machen, aber sie liegen völlig falsch.“
Marcel Kaufmann:
Gentechnikgesetz: Streitfall Haftung
Lord Dick Taverne:
Die Gefahren der Technikvermeidung
Hans-Jörg Jacobsen:
EINSPRUCH: Marsch durch die Institutionen
Thomas Deichmann:
Die Geister, die Campina rief
Memorandum der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften:
Gibt es Risiken für den Verbraucher beim Verzehr von Nahrungsprodukten aus gentechnisch veränderten Pflanzen?
Folkhard Isermeyer und Yelto Zimmer:
Strom und Sprit vom Acker
[Heft S.44]
Ludwig Lindner und Lutz Niemann:
Was bringt das „CO2-freie Kohlekraftwerk“?
WELTGESCHEHEN
Brendan O’Neill und Sabine Reul:
Ein Krieg auf der Suche nach seinem Sinn
Julian Namé:
Antipolitik à la Prodi
[Heft S.50]
MEDIEN UND
KULTUR
Sabine Rothemann:
Vor und nach dem Mauerfall
[Heft S.53]
Helene Guldberg:
Der Mensch – ein Fall für den Taschenrechner?
[Heft S.54]
RUBRIKEN
DAFÜR STEHT NOVO
[Heft S.5]
IMPRESSUM
[Heft S.5]
POSTEINGANG
[Heft S.6]
BLOG FROM LONDON
von Tessa Mayes:
Wal-Mart – Groß kann schön sein
[Heft S.22]
POSITION
von Joe Kaplinsky:
Hawking, wir haben ein Problem!
[Heft S.23]
BÜCHER
von Hardy Bouillon:
Verlierer sind die Ärmsten der Armen
[Heft S.26]
MITTENDRIN
von Tillmann Prüfer:
Bissen fürs Gewissen
[Heft S.30]
WORTGESCHICHTEN
von Bernd Herrmann:
Doping
[Heft S.39]
NEUE WELT
von James Woudhuysen:
Kreativität und Innovation im Design
[Heft S.52]
FUNDSTÜCKN
von Thilo Spahl:
Was im Tier blickt uns an?
[Heft S.56]
BRIEF AUS BERLIN
von Klaus Bittermann:
Konfektionierte Gesinnung
[Heft S.58]
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Angstindustrie und Bemutterungsstaat
… sind zwei Seiten derselben Medaille. Im letzten Magazin warnte Sabine Reul vor dem „hypertrophen Bemutterungsstaat“. Sie beschrieb den Trend zur politischen Intervention in persönliche Belange der Bürger am Beispiel der aktuellen Bestrebungen, selbst das Kinderkriegen in Deutschland per „Mikromanagement“ und pekuniären Anreizen regulieren zu wollen. Die einhergehende Auflösung der Grenzen zwischen Staat und Gesellschaft ist auch im aktuellen Heft ein Thema. Katharina Rutschky und Hartmut Schönherr gehen dabei auch auf das hinter dieser Entwicklung stehende Menschenbild ein.
Leitartikel unseres Themenschwerpunktes ist der Beitrag von Frank Furedi. Er veranschaulicht das boomende „Angst produzierende Gewerbe“, das Sicherheit neu definiert und für alle Lebenslagen fordert, das immer neue Schutzbedürfnisse der Bürger weckt und anheizt, um uns schließlich in einer allumfassenden Intervention unter einem Riesen-Airbag zu begraben. Ob ökologistisch angehauchte Apokalyptiker, um die Verbrauchergunst buhlende Parlamentarier oder Anhänger des Schreckbildes „internationaler Terrorismus“: Das mitunter zynische Spiel mit der Angst und das Versprechen von Sicherheit ist längst zu einem zentralen Merkmal unseres politischen Alltags geworden. Ohne über den Tellerrand eines kurzfristigen Krisenmanagements hinauszuschauen, wird beständig jener misanthropische Stereotyp beschworen, nach dem alles, was wir tun, in eine noch schlimmere Katastrophe mündet.
Nutznießer dieses Prozesses sind auch einige Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs), die sich zum Teil als wahre Meister der Panikproduktion präsentieren. Aufgrund ihrer vermeintlichen Distanz zu den Parteien genießen sie oft spontanen Zuspruch, wenn sie (unverblümter, als es jeder rechenschaftspflichtige Beamte, Politiker oder Wissenschaftler je tun könnte) vor aus hypothetischen Gefahren eigenhändig zusammengebastelten Weltuntergängen warnen. Von NROs dieses Schlages ist in diesem Heft ebenfalls die Rede. Es geht uns nicht darum, ihre Arbeit grundlegend zu diskreditieren oder gar konspirativ aufzubauschen. Sie sind oft nur ein besonders exponierter Ausdruck eines unerfreulichen Zeitgeistes, den es aufzubrechen gilt.
Anregende Lektüre wünscht Ihr
Thomas Deichmann
Chefredakteur
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