Inhalt
ZUR
SACHE
Von Thomas Deichmann
STICHWORT:
Es rumort im Dickicht des Föderalismus
Von Sabine Reul
POLITIK UND
GESELLSCHAFT
Frank Furedi:
Der Holocaust steht nicht zum Verkauf
Julian Namé:
„Muslimische Identität“ und das explosive Vermächtnis des Multikulturalismus
Sabine Beppler-Spahl:
Mama muss wieder in den Kindergarten
Hartmut Schönherr:
Fördern und fordern oder Macht Not erfinderisch?
[Heft S.14]
Andreas Lichte:
„Die Welt in meinen Füßen“
WISSENSCHAFT
UND ÖKOLOGIE
Hubert Markl:
Wissenschaftliche Disziplin und disziplinlose Forschung
[Heft S.19]
Thomas R. DeGregori:
Wir werden immer gesünder
[Heft S.22]
WM 2006
Matthias Heitmann:
WM 2006: Kick für die sieche Seele oder Tritt vors Schienbein?
Tillmann Prüfer:
MITTENDRIN: Tod im Stadion
Christoph Bausenwein:
„Die FIFA sollte die Schiedsrichter anweisen, weniger kleinlich zu pfeifen“
Bernd Herrmann:
WORTGESCHICHTEN: Die Ecke
[Heft S.31]
Stefan Chatrath:
Die Cornflakes zur WM
SALON
Josie Appleton:
Im Billigflieger nach Utopia?
Boris Kotchoubey:
Die Eigentümer des Intellekts
WELTGESCHEHEN
Brendan O’Neill:
Wofür Milosevic wirklich stand
REPLIK
Siegfried Gelbhaar:
Zur Rationalität der parlamentarischen Willensbildung
[Heft S.50]
Susanne Dehmel:
Näher an der Wirklichkeit
[Heft S.52]
RUBRIKEN
DAFÜR STEHT NOVO
[Heft S.5]
IMPRESSUM
[Heft S.5]
EINSPRUCH
von Ulrike Gonder:
Wider den Ess-Stress
[Heft S.35]
POSITION
von Stuart Derbyshire:
Machen Videospiele gewalttätig?
[Heft S.46]
BRIEFE
[Heft S.47]
BRIEF AUS BERLIN
von Klaus Bittermann:
Die Deutschen sterben aus
[Heft S.54]
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Liebe Leser,
unser letztes Heft mit dem Schwerpunktthema „Energie“ hat viel Staub aufgewirbelt. In der „liberalen“ FDP entbrannte ein Streit über den Sinn staatlicher Förderungen von Low-Tech-Energien. Aufregung gab es auch bei der „linken“ Tageszeitung Junge Welt, nachdem dort ein Novo-Auszug erschienen war. Auf den Leserbrief- und Replikseiten haben wir einige Reaktionen festgehalten. Wieder einmal machten auch Gerüchte die Runde, Novo sei ferngesteuert und fremdfinanziert. Derlei Unsinn ersparen wir Ihnen.
Unsere zentralen Fragen fanden auf dem letzten Energiegipfel kaum Beachtung: Warum stehen pausenlos Untergangsszenarien (zu denen mittlerweile sämtliche „Zukunftsdiskussionen“ degeneriert sind) im Mittelpunkt von Reformdiskussionen? Klimakatastrophe, Gen-Kontamination, Waldsterben, Bevölkerungsexplosion, Geburtenrückgang, Atomkraftrisiken usw.: Die Themen sind austauschbar und werden von einer misanthropischen Ökologisten-Industrie (der auch politische Parteien angehören) rituell zelebriert. Ihr einziges Anliegen scheint darin zu bestehen, die Botschaft zu verbreiten, technologischer Begeisterung und überhaupt menschlichem Vorwärtsstreben müsse grundlegend misstraut werden.
Ü
ber die Qualität dieser Weltanschauung wollen wir gerne einen offenen Streit anzetteln. Dadurch würde klarer, was davon zu halten ist, wenn heute Heerscharen von „Experten“ den Klimawandel als eine Art Vergeltungsakt der Natur verklären oder immerzu vor der Gentechnik warnen. Warum ist unser Gemeinwesen außerstande, sich fundiert und ruhig derlei Sachfragen zu stellen und die Gestaltung einer besseren Zukunft selbstbewusst und ambitioniert anzugehen? Davon sind wir heute meilenweit entfernt. Wir sind nicht einmal mehr in der Lage, innerhalb von vier Jahren banale wasserwirtschaftliche Baumaßnahmen in die Wege zu leiten, um „rituelle“ Hochwasserschäden zu vermeiden.
Man fragt sich, was passieren würde, wenn wirklich einmal bedrohliche Situationen bevorstünden. Aber vielleicht fragt man sich das besser nicht mehr, denn die „große Politik“ ist längst dazu übergegangen, nur noch notdürftig-technokratisch „Notstände“ zu verwalten. Ein aktuelles Beispiel für die Ideen- und Konzeptionslosigkeit liefert die unsägliche Föderalismusreform, der sich Sabine Reul in dieser Ausgabe widmet. Zu dieser Art Politik passt auch die populistische Bauchpinselei des Zeitgeistes. So hat Landwirtschaftsminister Seehofer (CSU) überaus schnell die recht klaren Forderungen aus alten Oppositionszeiten nach Wissenschaftlichkeit und Gleichberechtigung bei der Ausgestaltung des deutschen Gentechnikgesetzes und der Regulierung der modernen Biotechnologien eingenebelt. Auch er sucht jetzt den Schulterschluss mit Gentechnikgegnern und will einen „intensiven Dialog“ mit den gut organisierten Lobbyisten beginnen, die einzig an der Verhinderung von technologischem Fortschritt interessiert sind. Letzteres dürfte Seehofer zwar nicht entgangen sein, aber sein aktueller Kurs ist eben populär und symptomatisch für die Malaise, mit der wir konfrontiert sind.
Mischen Sie sich ein (gerne mit Novo im Handgepäck), auf dass sich andere Horizonte öffnen.
Anregende Lektüre wünscht Ihr
Thomas Deichmann
Chefredakteur
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> Novo organisiert eine Informationsveranstaltung zur „Grünen Gentechnik“, die am 17.7.06 (11.00–12.15 Uhr) im Rahmen des Wissenschaftssommers im Marienhof im Zentrum Münchens stattfindet (www.esof2006.org). Am selben Abend geben wir Novo-Lesern, -Autoren und -Machern Gelegenheit, sich kennen zu lernen. Melden Sie sich, wenn Sie teilnehmen möchten.
>In London trafen sich erstmals Initiatoren und neue Mitstreiter des „Manifesto Clubs“, darunter auch Novo-Redakteure. Unter www.manifestoclub.com können Sie sich in die Diskussionen einklinken.
>Novo ist auf der Frankfurter Buchmesse (4.–8.10.06, www.buchmesse.de) mit einem eigenen Stand vertreten. Für die Finanzierung dieses und anderer Projekte bitten wir Sie um Unterstützung.
>Novo ist erneut Partner der am 28/29.10.06 zum zweiten Mal in London stattfindenden internationalen Konferenz Battle of Ideas (www.battleofideas.co.uk). Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie mehr erfahren möchten.
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