Inhalt
ZUR
SACHE: Energieverschwendung
Von Thomas Deichmann
STICHWORT:
Karikaturenstreit: Im Gehäuse des Kulturrelativismus
Von Sabine Reul
ENERGIE
Rob Lyons:
Kioto am Tropf der Ideologen
Heinz Horeis:
Deutschlands Energieversorgung: der Ausstieg ins Ungewisse
Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl
Kernfusionsenergie
für die Zukunft
[Heft S.12]
Reichweite
der globalen Energievorräte
[Heft S.15]
Hanna Thiele:
Was ist noch liberal an dieser FDP?
Ludwig Lindner:
Solarstrom für Deutschland?
Lutz Niemann:
Kernenergie – eine globale Erfolgsgeschichte
Endlagerung
radioaktiver Abfälle
[Heft S.21]
Lutz Niemann:
Wie gefährlich sind radioaktive Strahlen?
Bioenergie
vom Acker
[Heft S.23]
Josef H. Reichholf:
Sind wir Energiesünder?
Bernd Herrmann:
WORTGESCHICHTEN: Der blaue Planet
[Heft S.28]
WISSENSCHAFT
UND ÖKOLOGIE
Thilo Spahl:
Forschung braucht Zeit
Tamás Nagy:
Muntere Mutationen
[Heft S.32]
Gunnar Sohn:
Hipp-Hipp-Hurra – Ökokunde auf Babykostniveau
POLITIK UND
GESELLSCHAFT
Frank Furedi:
Warum wir die Freiheit fürchten
Brendan O’Neill:
Gleiches Recht für alle: Freie Meinungsäußerung in Europa
[Heft S.38]
Ingo Schramm:
EINSPRUCH: Kontrollierte Provokation
[Heft S.40]
Kai Rogusch:
Pseudorecht auf den Tod
Matthias Heitmann:
Nichtschwimmer ausbürgern?
BILDUNG UND
ERZIEHUNG
Hubert Markl:
Frühkindliche Bildung statt Elitevorschulen!
[Heft S.46]
Sabine Beppler-Spahl:
Folterkammer Kinderzimmer
WELTGESCHEHEN
David Chandler:
Zehn Jahre nach Dayton: Wer regiert Bosnien?
[Heft S.53]
Brendan O’Neill:
Ein irrationaler Krieg der Worte
RUBRIKEN
DAFÜR STEHT NOVO
[Heft S.5]
IMPRESSUM
[Heft S.5]
MITTENDRIN
von Tillmann Prüfer:
Genfreie Zone Deutschland
[Heft S.30]
DIE FROHE BOTSCHAFT
Dirk Maxeiner und Michael Miersch:
[Heft S.45]
POSITION
von Katharina Rutschky:
Die Abenteurerin
[Heft S.52]
FUNDSTÜCK
von Sabine Rothemann:
Luis Camões, der „große Seemaler“
[Heft S.56]
BRIEFE
[Heft S.57]
BRIEF AUS BERLIN
von Klaus Bittermann:
„Tanz den Adolf Hitler“
[Heft S.58]
|
Energieverschwendung
Angesichts der politischen Eskalationen im Zuge des Karikaturenstreits und der iranischen Atompolitik erschienen die innenpolitischen Fragen, die hierzulande die Gemüter bewegten (Rentenalter, 35-Stunden-Woche, Energie), fast trivial. Wenn die anfänglichen Reaktionen auf den Abdruck der „Mohammed-Karikaturen“ im In- und Ausland etwas zeigten, dann wohl vor allem das Unvermögen von Politikern und Intellektuellen, Ideen zu formulieren, die den Menschen weltweit einen gemeinsamen Weg in eine bessere und friedliche Zukunft aufzeigen könnten.
Stattdessen werden die Schützengräben immer tiefer. Strömungen in der islamischen Welt präsentieren sich als „Opfer“ großspuriger Ambitionen des „Westens“. Unterstützung erhalten sie von westlichen Kulturpessimisten des traditionell „linken“ Lagers. Betriebsblind zelebrieren sie ihr Lieblingsfeindbild USA und den vermeintlich progressiven „Multikulturalismus“. Aus den westlichen Regierungsstellen werden die Schuldzuweisungen in Richtung Naher Osten zurückgeschickt, und es werden Angstszenarien ob der „muslimischen Bedrohung“ der „freien Welt“ verbreitet.
Von einem „Dialog zwischen Okzident und Orient“ kann kaum noch die Rede sein. Statt Brücken zu schlagen, an denen sich Menschen, egal welcher Abstammung und Religion, orientieren könnten, sehen wir allerorts provinzielle Abschottung und spontanen Partikularismus. Die einen gießen mit ihren Schuldzuweisungen Öl ins Feuer der Emotionen, den anderen fällt nichts Besseres ein, als laut über eine „deutsche Leitkultur“ oder rigidere Einwanderungskriterien nachzudenken. Sabine Reul kommentiert diese Besorgnis erregenden Tendenzen. Sie schlägt vor, die „Obsession mit kultureller Fremdheit“ aufzugeben, um dem „Gedanken des Universalismus“ wieder mehr Geltung verschaffen zu können.
An aufklärenden universalistischen Positionen mangelt es auch in der hiesigen Energiediskussion, die wir zum Schwerpunktthema dieser Novo-Ausgabe gewählt haben. Anlass hierfür ist auch der 20. Jahrestag des Reaktorunfalls in Tschernobyl im April. Statt von Sachverstand und Fortschrittswillen ist die aktuelle Energiepolitik eher von ökologistischem Pathos und durch Angst vor Veränderung geprägt. Pessimismus und die mangelnde Fähigkeit, sich vorzustellen, dass gesellschaftlicher Wandel in positive Bahnen gelenkt werden kann, sind mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Mit einer latenten Weltuntergangsstimmung im Nacken werden geistige und materielle Ressourcen verschwendet. Zum Ausdruck kommt die Sehnsucht nach einem Leisetreten der Menschheit nicht zuletzt darin, dass „Energiesparen“ zum zentralen Dogma der Diskussion geworden ist, obwohl wir längst über das Wissen und die technologischen Voraussetzungen verfügen, die Energieerzeugung massiv zu steigern, um ambitionierte technologische Projekte im globalen Maßstab anzugehen und insbesondere in den Entwicklungsländern den Lebensstandard anzuheben.
Anregende Lektüre wünscht Ihr
Thomas Deichmann
Chefredakteur
| In
eigener Sache |
> In England wurde kürzlich die Gründung des „Manifesto Clubs“ in Angriff genommen. Es geht darum, positive Alternativen zur intellektuellen und politischen Lage zu entwickeln. Koordiniert wird die Initiative von Josie Appleton, die bereits wiederholt in Novo publizierte. Interessierte können sich unter www.manifestoclub.com direkt einklinken.
>Novo ist Veranstalter einer Diskussionsrunde zum Thema Grüne Gentechnik, die am 17.7.06 im Rahmen des Wissenschaftssommers in München stattfinden wird (www.esof2006.org). Parallel dazu werden wir in München Novo-Abonnenten und Autoren Gelegenheit geben, sich kennen zu lernen. Wenn Sie daran interessiert sind und/oder bei der Vorbereitung helfen können, melden Sie sich bitte. Solche Treffen sind auch in anderen Städten geplan.
|
|
| Next
NOVO |
Das nächste Magazin (Novo82, 5-6 2006) erscheint Anfang Mai. Themenvorschläge sind wie immer willkommen.
|
|
Da wir
keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der extern
gelinkten Seiten haben, distanzieren wir uns ausdrücklich von
den Inhalten aller extern gelinkten Seiten auf der Website www.novo-magazin.de
und den darunterliegenden Seiten und machen uns die Inhalte der gelinkten
Seiten nicht zu eigen.
Der Ordnung
halber verweisen wir auf den folgenden Disclaimer.
|