Inhalt
ZUR SACHE:
Wir werden älter ...
Von Thomas Deichmann
STICHWORT:
Der Neue Konservatismus
Von Sabine Reul
ÜBERALTERUNG
Phil Mullan:
Gute Preise, goldene Jahre: Die Zukunft ist
bezahlbar!
Alexander Ewald:
Wenn das Leben schwerer fällt
POLITIK UND
GESELLSCHAFT
Hubert Markl:
Innovation: Reden ist Silber, Handeln wär' Gold
[Heft S.14]
EINSPRUCH:
Potenzielle Mörder präventiv umbringen
Von Kai Rogusch
Tillmann Prüfer:
Coaching auf der Couch
KRIEG UND
TERRORISMUS
Matthias Heitmann:
Besatzungsmacht wider Willen?
WISSENSCHAFT
UND ÖKOLOGIE
Peter Langelüddeke und Thomas Deichmann:
Was Konsumenten wollen müssen
Rudi Balling:
Eine Lobby für die Biowissenschaften
Heinz Brandstetter:
Ratten und Mäuse vor Gericht
Ulrike Schwemmer:
Regenerative Medizin: Science oder Science Fiction?
[Heft S.30]
Frank Emmrich:
Steht ein Paradigmenwechsel bevor?
[Heft S.31]
Joe Kaplinsky:
Lieber Klimawandeln als Schlafwandeln!
Herbert Uhlen:
Von Elfenbeinkugeln und Holztennisschlägern
MEDIEN UND
KULTUR
Matthias Pöhlmann:
Mit "Hexentipps" das ohnmächtige
Ich aufpeppen
Andreas Lichte:
Wundersame Waldorf-Pädagogik oder
Atlantis als Bewusstseinszustand
Kurt Gritsch:
Endstation Sucht?
[Heft S.44]
Josie Appleton:
Neue olympische Disziplinen: Weitfürchten
und Dauerschwarzsehen
Bernd Herrmann:
Wenn die Welt ein Fußball ist, wo ist dann das Tor?
[Heft S.47]
Martin Krauß:
"Ich plädiere für die Freigabe von Doping"
[Heft S.48]
RUBRIKEN
INHALT /
DAFÜR STEHT NOVO
IMPRESSUM
[Heft S.5]
UPDATES
[Heft S.23]
FROHE BOTSCHAFT
von Dirk Maxeiner und
Michael Miersch
[Heft S.36]
SCHÖNE NEUE WELT
von James Woudhuysen
[Heft S.45]
GRÄTSCHE
von Martin Kaluza:
"Schwarzes" Gold - eine Chance für die Kleinen
[Heft S.49]
BRIEF AUS BERLIN
von Klaus Bittermann:
Der enttäuschte Bürger
[Heft S.50]
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Wir werden älter ...
Unser Cover lässt keinen Zweifel daran, dass wir von der aktuellen
Panikmache zur "Überalterung" unserer Gesellschaft nichts
halten, erscheint sie bei näherem Hinsehen doch wieder nur als reaktiver
und oberflächlicher Ausdruck diffuser Zukunftsängste. Doch mehr
als solches "Reagieren" ist heute kaum mehr zu vernehmen - das
trifft auf nahezu alle Themen zu. Die einen reagieren auf demographische
Statistiken, um vor dem "Aussterben der Deutschen", dem Überhandnehmen
"fundamentalistischer Araber" und dem vermeintlichen Untergang
des Abendlandes zu warnen, andere verweisen auf ganz ähnliche Zahlenreihen,
um die bedrohliche Überbevölkerung anzuprangern. Daneben werden
steigende Ölpreise und neue Hollywoodstreifen zum Klimakollaps der
Erde aufgebauscht, um (teils vollkommen ineffiziente) "erneuerbare
Energien" als Segen der Menschheit anzupreisen und eine kleine Messe
(von der zuvor kaum jemand wusste) plötzlich als Einstieg in einen
Zukunftsmarkt, der die deutsche Wirtschaft aus dem Dreck ziehen wird,
zu präsentieren. Man darf gespannt sein, welche Sau als nächstes
durchs Dorf gejagt wird.
Genügsames statistisches Zahlenmaterial aus Wählerumfragen dürfte
auch den Ausschlag dafür gegeben haben, dass sämtliche Parteien
inhaltslos in den "Europawahlkampf" zogen. Das mittlerweile
zum Standard gewordene "Reagieren" der Politik auf Sachzwänge
(nicht zu verwechseln mit "Regieren") hat die Kluft zwischen
Bürgern und Parteien offenbar noch weiter vergrößert.
Die Glaubwürdigkeit der Parteien ist europaweit abgesackt. So wollte
sich dann auch keiner mit klaren Positionen "aus dem Fenster lehnen".
Mehr als frisch geschminkte, lächelnde Spitzenkandidaten mit von
Agenturen ausgedachten Sprüchen (so genannter "Content")
ohne Inhalt waren auf den Wahlplakaten nicht zu sehen.
Wenn der Ausgang der Europawahl eine Botschaft hatte, dann die, dass der
Verdruss der Bürger mit den etablierten politischen Parteien weiter
wächst - unabhängig davon, ob sie nun zur Wahl gingen oder aus
Desinteresse oder Protest gleich zu Hause blieben. Die Parteien, die gerade
regieren, bekamen exemplarisch die dicksten Denkzettel verpasst. Dabei
ging es aber weder Nichtwählern noch Wählern um Überzeugungen
und vermeintliche inhaltliche Differenzen. So wurde die Schlappe des englischen
Premierministers Blair irrtümlicherweise als Abrechung mit seiner
Kriegsführung gegen den Irak bewertet. Wenn es wirklich um solche
Positionen gegangen wäre, hätten Kanzler Schröder und der
französische Premier Jacques Chirac wegen ihrer Kritik am Waffengang
einen Sieg davontragen müssen - das Gegenteil war der Fall.
Der Ausgang der Europawahlen zeigte deutlich, dass mittlerweile die meisten
derjenigen, die zur Wahl erscheinen, genauso entfremdet vom politischen
Apparat sind wie die Nichtwähler. Der 13. Juni war somit weniger
eine Protestwahl gegen eine bestimmte Regierungspolitik denn eine Stimme
gegen die Politik im Allgemeinen. Auch die neuen EU-Mitgliedsstaaten standen
dem in nichts nach: Geringe Wahlbeteiligungen und zum Teil drastische
Voten gegen die regierenden Parteien prägten auch im Osten Europas
die Wahlergebnisse.
Der politischen Klasse Europas ist der Schrecken des 13. Juni angesichts
ihrer offenkundig zunehmenden Isolation anzumerken (zumal es in den USA
nicht viel besser aussieht). Zu befürchten ist, dass sie sich künftig
umso mehr aufs kurzfristige Reagieren kaprizieren wird, um die Bürger
zumindest auf emotionaler Ebene hin und wieder "berühren"
zu können.
Von einigen Kommentatoren wurde es als Fortschritt bewertet, dass vor
allem "die Großen" abgestraft wurden. Freilich ist es
immer schwerer nachvollziehbar, heutzutage ein Kreuz bei den etablierten
Parteien als zukunftsweisend zu interpretieren. Aber der Wahlausgang stand
nicht für die aktive Suche der EU-Bürger nach Alternativen,
sondern für ein passives und vielerorts mit Zynismus getränktes
Anti-Politik-Gefühl, von dem einige kleinere Parteien profitieren
konnten. Die verbreitete Unzufriedenheit mit dem Status quo ist nachvollziehbar.
Aber die grassierende negative Haltung vieler Bürger schon gegenüber
dem Anspruch, vernünftige Politik und damit die Zukunft positiv gestalten
zu wollen und zu können, ist nicht minder zersetzend. Wir hoffen,
mit dieser Ausgabe wieder ein paar klärende Impulse gegen diesen
Trend geben zu können.
Ich
wünsche eine anregende Lektüre, Ihr
Thomas Deichmann
Chefredakteur
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Das
in London ansässige Institute of Ideas (IoI) veranstaltet
vom 3. bis 4. Juli 2004 die Konferenz "Crisis? What
Crisis? Re-examining what Education is for". Im September
folgt die Konferenz "What are Museums for?"
(17.-19.9.), im Oktober "Health: an unhealthy obsession?".
Das IoI hat sich in den letzten Jahren als bedeutendes Forum
für hochkarätige Diskussionen etabliert. Nähere
Infos gibt's unter: www.InstituteofIdeas.com.
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und wir geben Tipps bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten.
Für unsere Förderabonnenten bieten wir zudem Eintrittskarten
zu ermäßigten Preisen.
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Next NOVO |
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nächste Magazin (Novo72) erscheint im September 2004
und ist (wie versprochen) als reguläres Einzelheft geplant.
Artikelvorschläge sind (wie immer) herzlich willkommen.
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