Inhalt
JAHR DER
INNOVATION
ZUR SACHE:
Jahr der Innovation
Von Thomas Deichmann
STICHWORT:
Reformdebatte Teil III:
Ohne Überzeugung geht es halt nicht
Von Sabine Reul
Thilo Spahl:
Stammzellenschutz in Deutschland
Detlev Ganten:
"Die Trennung zwischen adult und embryonal
macht keinen Sinn"
Thomas Deichmann:
Wenig Innovatives an der Gentechfront
Stefan Stollberg:
Pro und Contra Studiengebühren
Jürgen Mittelstraß:
Universitätsreform ohne universitäre Perspektive?
[Heft S.18]
Guido Hülsmann:
EINSPRUCH: Schwarze Putzarbeit ist besser als ein innovativer Polizeistaat
[Heft S.22]
Friedrich Schneider:
Schattenwirtschaft - Fluch oder Segen?
WISSENSCHAFT &
ÖKOLOGIE
Mark Lythgoe:
Eine Brücke zwischen zwei Kulturen
[Heft S.27]
Calista Fischer und Thomas Deichmann:
Deutsche Aussteigerideologie für die Schweiz
Edgar Gärtner:
Der Eiertanz der "postnormal science"
[Heft S.35]
Ludwig Lindner:
Windkraft - nur fauler Zauber?
KRIEG UND
TERRORISMUS
Matthias Heitmann:
Verkehrte Welt: Die USA verlieren den gewonnenen
Krieg
Brendan O'Neill:
Mehr Sicherheit durch mehr Angst?
[Heft S.45]
POLITIK UND
GESELLSCHAFT
Kai Rogusch:
Kriminalitätsbekämpfung darf nicht
zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden
Sabine Beppler-Spahl:
Kindererziehung ist einfach
Mick Hume:
Antikriegspolitik als Affentheater
Kevin Yuill:
Der Tod ist keine Lösung
Josie Appleton:
Kannibalismus ist keine Frage des Lifestyle
[Heft S.56]
MEDIEN UND
KULTUR
Bernd Herrmann:
Michael Crichton im Reich der Öko-Religion
[Heft S.57]
Stefan Chatrath:
Labile Kicker: Ist die Fußball-Bundesliga
ein Fall für die Couch?
Andrew Calcutt:
Angst vorm schwarzen weißen Mann?
[Heft S.62]
Sandy Starr:
Die Welt - ein großer "Google"-Hupf
[Heft S.64]
RUBRIKEN
INHALT /
DAFÜR STEHT NOVO
BRIEFE / IMPRESSUM
[Heft S.6]
UPDATES
[Heft S.7]
SCHÖNE NEUE WELT
von James Woudhuysen
[Heft S.26]
FROHE BOTSCHAFT
von Dirk Maxeiner und
Michael Miersch
[Heft S.40]
BÜCHER
[Heft S.58]
GRÄTSCHE
von Matthias Heitmann:
Innovation im Abseits
[Heft S.61]
INNOVOTION
[Heft S.66]
|
Innovationsvorschlag:
Kriminalitätsbekämpfung ohne Bürgerwehren
Kriminalitätsbekämpfung darf nicht zur gesamtgesellschaftlichen
Aufgabe werden
Kai Rogusch berichtet von der Präventionsfront,
durch die unser Rechtssystem verunstaltet wird.
Politiker fordern in den Diskussionen über die anstehenden "Wirtschaftsreformen"
häufig eine verstärkte Risikobereitschaft des Bürgers:
Er solle sich in den kommenden Jahren auf den frischen Wind der "Freiheit"
einstellen, mit dem in einer neuen "Innovationskultur" das Land
aus der Krise geführt werden soll. Doch gleichzeitig institutionalisiert
eine alle anderen Politikfelder überwölbende Kriminalpolitik
das Gegenteil: das lähmende Prinzip der Risikominimierung, begleitet
von einem Abbau elementarer Freiheitsrechte. Die ängstliche parteiübergreifende
Annahme lautet: Wir leben in einer Zeit ständig steigender Kriminalitätsrisiken,
angesichts derer die gesamte Gesellschaft im Zusammenwirken mit allgegenwärtigen
Sicherheitsbehörden Schutz- und Vorsorgemaßnahmen ergreifen
muss.
Kriminalitätsbekämpfung
gilt heute als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ist also nicht nur
Sache von Polizei und Staatsanwaltschaften. Seit der zweiten Hälfte
der 90er-Jahre sind nahezu überall Präventionsräte entstanden
- auf kommunaler, Landes- und in Form des Deutschen Forums für Kriminalprävention
mittlerweile auch auf Bundesebene. Sie werden entsprechend als "Innovationsmotoren
einer zukunftsweisenden Sicherheitspolitik" gepriesen.
Solche Präventionsräte vereinen sämtliche gesellschaftlich
anerkannten Repräsentanten der Städte, Gemeinden, Länder
und des Bundes zum Zwecke der Beseitigung langfristiger Ursachen oder
"Wurzeln" von Kriminalität. Ein Vorzeigebeispiel für
derartige kommunale Präventionsräte hat Frankfurt am Main zu
bieten. In ihm sitzen unter anderen die Frankfurter Oberbürgermeisterin
Petra Roth (CDU), der Frankfurter Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt
und die Dezernenten für Soziales, Integration und Sicherheit. Die
dem Frankfurter Präventionsrat untergliederten stadtteilbezogenen
Regionalräte umfassen zudem auch Vertreter von Kirchen, Sportvereinen,
Schulen, Kindergärten und Wohlfahrtsverbänden. Ziel der Organisation
ist es, dass Polizei, Bürger, Schulen und Vereine in den Stadtteilen
eine so genannte "Sicherheitspartnerschaft" eingehen. Jeder
Teilnehmer soll zudem seinen Beitrag dazu leisten, städtische Verwahrlosungserscheinungen,
die langfristig zu Kriminalität führen könnten, zu erkennen,
zu benennen und somit in einem "Frühwarnsystem" Handlungsempfehlungen
an die entsprechenden politischen und administrativen Einrichtungen der
Stadt zu richten. In einer Zeit zunehmender Individualisierung und sozialen
Zerfalls verspricht man sich aus Aktionen wie diesen neue Impulse für
die gesellschaftliche Solidarität sowie ein gesteigertes Sicherheitsgefühl
unter den Bürgern.
Auch
das seit dem Jahr 2001 wirkende Deutsche Forum für Kriminalprävention
(DFK) institutionalisiert die Abkehr von der traditionellen Vorstellung
der Kriminalitätsbekämpfung: Diese soll nicht mehr nur den spezialisierten
staatlichen Organen wie Polizei und Staatsanwaltschaft überlassen
werden. Zudem wird auch an einer zweiten Grundvoraussetzung gerüttelt,
nämlich dass Polizei und staatliche Stellen entweder objektiv bereits
begangene Straftaten verfolgen oder unmittelbar drohende Rechtsgutsverletzungen
verhindern. Das DFK vereint Politiker der Bundesregierung, der Länder
und Gemeinden sowie Repräsentanten wichtiger Verbände, Firmen
und Kirchen - darunter des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, der Gewerkschaft
der Polizei, der Deutschen Industrie- und Handelskammer, der Deutschen
Bahn, der Evangelischen Kirche Deutschlands, des Zentralverbands der Juden
in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz. Sie alle haben sich
der Kriminalprävention verpflichtet. Im Rahmen einer bundesweiten
"Bündelung der Kräfte" sollen sich sämtliche
wichtigen gesellschaftlichen Akteure in ihrem jeweiligen Tätigkeitsgebiet,
wie etwa dem Sport (Deutscher Fußballbund), dem Arbeitsmarkt oder
dem Schulwesen, in den nun neu geschaffenen bundesweiten Diskussionsforen
auf Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung der "mannigfaltigen
und komplexen" Ursachen der Kriminalität verständigen.
Das soll in Zusammenarbeit mit wichtigen Repräsentanten der Bundes-
und Länderpolizeien geschehen.
Die Themenbreite umfasst von der Wirtschaftskriminalität über
die Gewaltkriminalität bis hin zur Jugendkriminalität ein ganzes
Spektrum sozialer Verfallserscheinungen, deren Wurzeln sich sämtliche
Akteure der Gesellschaft im Rahmen eines gesamtgesellschaftlichen "Frühwarnsystems"
zuwenden sollen. Da nach vorherrschender Auffassung Kriminalprävention
nicht früh genug anfangen könne, soll ein Hauptaugenmerk vor
allem auf der Jugendkriminalität liegen. Hier gelte es, insbesondere
die "Erziehungskompetenz" von Schulen und Familien zu stärken,
da diese beiden Institutionen für die Vermittlung elementarer Regeln
des Gemeinwesens entscheidende Bedeutung hätten. Schulen und Familien
sollen Hand in Hand mit der Polizei potenzielle Ursachen von Kriminalität
erkennen und angehen.
Auch auf anderer Ebene soll die Polizei verstärkt in Diskussionsprozesse
und Planungen mit einbezogen werden - beispielsweise beim Städtebau,
um kriminogene städtebauliche Ursachen der Kriminalität anzugehen.
Entsprechendes gilt für den Sport- und Kulturbereich: "Musik
gegen Gewalt" oder "Fußball gegen Rechts" lauten
hier die Stichworte. Auch Wirtschaftsunternehmen werden bei solchen Initiativen
verstärkt und bereitwillig in die Pflicht genommen.
Noch
nie wurde der öffentliche, private und politische Raum derart allumfassend
und systematisch um das Thema Sicherheit herum organisiert. Zudem hat
es zuvor wohl noch nie eine derart verdrossene und angsterfüllte
Krisenstimmung in Deutschland gegeben. Und noch nie war die Legitimitätskrise
der Politik so akut. Auf welchem Feld der Politik auch immer: Alles scheint
aus dem Ruder zu laufen. Der allgemeine Eindruck ist, dass die traditionell
für die Sinnstiftung vorgesehenen Institutionen in öffentlichem
und politischem Leben (Kirchen, Gewerkschaften oder Parteien) längst
die Orientierung verloren haben, wodurch der Problemdruck immer größer
wird. In diesem Klima der Verdrossenheit, des Misstrauens und der Verunsicherung
versuchen Repräsentanten von Parteien und Verbänden, unter dem
neuen institutionellen Dach der Präventionsräte über das
Thema "Risikovorsorge" Autorität zurückzugewinnen.
Mit dem so neu gewonnenen konzeptionellen Bezugspunkt soll die Verständigung
mit einer verunsicherten Bürgerschaft wieder aufgenommen werden.
Und
in der Tat kommen die neuen Präventionsräte gut an. Unter ihrem
institutionellen Dach kann die Politik auf den Feldern des Arbeitsmarktes,
der Sozial-, Familien- und Wirtschaftspolitik auf neue Weise mit den Bürgern
ins Gespräch kommen, indem alles unter den Gesichtspunkt der Sicherheit
subsumiert wird. Die Probleme am Arbeitsmarkt werden unter dem kriminalpolitischen
Gesichtspunkt der präventiven Reintegration von Arbeitslosen in den
Arbeitsmarkt diskutiert. Das Problem einer stagnierenden Wirtschaft lässt
sich durch die vermehrte Bezugnahme auf das Thema "Wirtschaftskriminalität"
angehen. Der Zerfall der Familie und die Gettoisierung von Stadtteilen
und Schulen stellt man unter dem Gesichtspunkt der Gewaltprävention
und der Erziehung zu einem multikulturellen und friedlichen Miteinander
(schon von Kindesbeinen an) in einen neuen Sinnzusammenhang. Verunsicherte
Bürger diskutieren zudem mit Kommunalpolitikern in den Präventionsräten,
wie man durch die Änderung des städtischen Erscheinungsbildes
und mit einem neuen Entwurf des Städtebaus die strukturellen Ursachen
der Kriminalität beseitigen kann.
Das
Problem an dieser Entwicklung ist jedoch, dass die gegenwärtige Krise
des politischen Lebens weiter verschärft wird. Durch den Rückgriff
auf den Präventionsgedanken können Politik und Verbände
abhanden gekommene zukunftsorientierte und positive Leitbilder nicht ersetzen.
"Sicherheit" als gesellschaftlicher Wert kann keinen dauerhaften
Zusammenhalt gewährleisten. Vielmehr untergräbt der Präventionsdiskurs
langfristig jede Form eines gedeihlichen Zusammenlebens. Vor allem löst
er unerlässliche Regeln einer aufgeklärten freiheitlichen Gesellschaft
auf. Denn Kern der Institutionalisierung der Präventionsräte
ist die Annahme, wir lebten in einer Zeit sich mehrender Kriminalitätsrisiken,
gegen die die Ergreifung ständiger Vorsichtsmaßnahmen geboten
ist. Dies führt letztlich zu einem morbiden Klima des Alarms und
des Misstrauens, das das gesellschaftliche Leben lähmt.
Ein gutes Beispiel hierfür bieten zwei Ministerien, die sich ebenso
wie die Präventionsräte das Prinzip der Risikovorsorge auf ihre
Fahnen geschrieben haben: das amerikanische Heimatschutzministerium und
das deutsche Verbraucherschutzministerium. Ersteres soll die amerikanische
Gesellschaft um die Abwehr künftiger terroristischer Anschläge
herum organisieren. Das deutsche BMVEL gibt vor, den individualisierten
Konsumenten angesichts perfider Agrar- und Lebensmittelkonzerne oder unlauterer
Werbung zu schützen. Beide Ministerien geben in regelmäßigen
Abständen Warnungen aus, die oft nur auf spekulativen Annahmen beruhen.
Damit verstärken sie das allgemeine Unbehagen und bringen zum Teil
buchstäblich den Verkehr zum Erliegen: so geschehen Weihnachten 2003,
als alle Flüge zwischen Paris und Los Angeles wegen diffuser Terrorwarnungen
vorsorglich abgesagt wurden (siehe hierzu auch den Artikel von Brendan
O'Neill in diesem Novo). Bei allem gebührenden Respekt für die
genuine Furcht vor neuen schrecklichen Terroranschlägen: Auf Dauer
wirkt die Aufrechterhaltung eines wenigstens latenten Alarmzustands zersetzend
auf die Moral aller Bürger.
Indem
die Präventionsräte die Kriminalitätsbekämpfung zu
einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erklären, stellen sie zudem
rechtsstaatliche Errungenschaften in Frage. Es ist zum einen als ein gewaltiger
zivilisatorischer Fortschritt zu betrachten, dass Kriminalitätsbekämpfung
nicht als eine den gesamten Staat, geschweige denn als eine die gesamte
Gesellschaft betreffende Aufgabe angesehen wird. Zum anderen sollte polizeiliches
Eingreifen nur zur Verfolgung bereits begangener Rechtsgutsverletzungen
und zur Verhinderung unmittelbar drohender Rechtsgutsverletzungen vorgesehen
sein. Nur so kann die Polizei ihren einzig legitimen Zweck verfolgen:
die Wiederherstellung, Bekräftigung und Verteidigung rechtlicher
Vorgaben, ohne die eine Gesellschaft nicht existieren kann. Nur auf diese
Weise ist zudem die Bindung der Exekutive an Gesetz und Recht gewährleistet.
Schließlich sorgt die Verwirklichung dieses Prinzips dafür,
dass es nicht zu einer Vermischung von Polizei, öffentlichem Leben
und dem Privatleben der Bürger kommt.
Gegen
alle diese Grundsätze steht die Forderung einer "gesamtgesellschaftlichen
Kriminalprävention", die auf allen gesellschaftlichen Gebieten
schon die Entstehungsvoraussetzungen von Kriminalität bekämpfen
will. So soll nach neueren Vorstellungen die Polizei eine Sicherheitspartnerschaft
mit Eltern, Kindergärten und Schulen eingehen, um auf diese Weise
das Heranwachsen krimineller Erwachsener zu verhindern. Hier reicht für
polizeiliche Präsenz allein die Vermutung, dass in der Zukunft Kinder
und Jugendliche, in so genannte "Risikokategorien" eingeteilt,
kriminelle Gewohnheitstäter werden könnten. Polizeiliche Befugnisse
verlieren zudem zusätzlich an Kontur, wenn in so genannten Nachbarschaftswachen
im Rahmen kommunaler Kriminalprävention Sicherheitsbehörden
zusammen mit den Bürgern an der Verhinderung künftiger Straftaten
arbeiten wollen, oder wenn die Polizei rechtlich gesicherte Mitwirkungsrechte
beim kommunalen Städtebau erhält.
Auch
auf einem anderen Gebiet schreitet die Relativierung zentraler Prinzipien
eines freiheitlichen Rechtsstaats voran: Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht
beim Streit um die nachträgliche Sicherungsverwahrung die "Präventivhaft"
gutgeheißen, die sich auf einer Prognoseentscheidung gründen
kann, die beispielsweise vorhersagt, dass ein Häftling irgendwann
in der Zukunft eine weitere Gewalttat begehen könnte. So unterstützt
auch das Bundesverfassungsgericht die Annahme, der Staat habe das Recht,
die Bevölkerung in Risikokategorien zu unterteilen und Bürgern,
die in bestimmte Risikokategorien fallen, das Prinzip der Unschuldsvermutung
vorzuenthalten.
Diese Institutionalisierung des Präventionsgedankens wirkt zersetzend
für unser Rechtssystem. Dieser Trend führt tendenziell zu einer
Gängelung, Verängstigung und Lähmung des Gemeinwesens.
Politik und Verbände gießen mit der Einrichtung von Präventionsräten
die bereits vorhandenen Ängste und das schon bestehende allgemeine
Misstrauen in institutionelle Formen und verschärfen gleichzeitig
ihre eigene Legitimitätskrise. So erweisen sich die Präventionsräte
nicht als "zukunftsweisende Innovationsmotoren", sondern als
gesellschaftliche und politische Krisenverstärker.

Kai Rogusch ist Novo-Redakteur. In Novo66 erschien zuletzt von
ihm und Thomas Deichmann der Artikel "Brüssel: Autoritär
statt visionär" über den europäischen Verfassungskonvent
und die Krise im europäischen Denken.
LITERATURTIPP
Matthias
Heitmann: "Frankfurter Präventionsräte: Opfer aller Stadtteile,
vereinigt Euch!" in Novo31.
BEISPIELE
"Wachsame
Nachbarn in Bensheim"
Wie in vielen
Kommunen gibt es auch in Bensheim ein "Neighbourhood Watch"
(Nachbarschaftshilfe). Die Polizei kann "per Knopfdruck" die
an sie angeschlossenen Bensheimer "über wichtige Ereignisse
informieren". Vorbild für diese Aktion war die englische Partnerstadt
Amersham. Ende 1997 bestanden in Großbritannien schon mehr als
161.000 Neighbourhood-Watch-Initiativen mit einer Gesamtbeteiligung
von mehr als sechs Millionen Bürgern (mehr als ein Zehntel der
britischen Bevölkerung).
Kinderpolizeiausweis
LEXI
Seit Juli
1999 besteht in Bayern das Angebot für Kinder, eine Prüfung
zum "Kinderpolizisten" zu absolvieren. Laut Schreiben des
Bayerischen Landeskriminalamtes vom 5.11.99 wirke das Ausbildungsprogramm
auch im Alltag der Kinder weiter, da der jeweils geprüfte "Kinderpolizist"
auch im späteren Lebensalltag auf die Einhaltung bestimmter Regeln
und Gebote achtete.
"Leo
Listig" und "Locki Wachsam"
In Schleswig-Holstein
erfolgt Kriminalprävention bei Kindern mit den Sympathiefiguren
der Landespolizei "Leo Listig" und "Locki Wachsam".
In der Vernetzung mit Eltern, Erziehern in Kindergärten, Lehrern
in Grundschulen und den örtlichen Polizeidienststellen würden
laut Landeskriminalamt Schleswig-Holstein diese Sympathiefiguren für
die unmittelbare Kommunikation mit Kindern eingesetzt. Danach bietet
die "Zentralstelle Polizeiliche Kriminalprävention" seit
Mai 2000 ein bereits in der Praxis getestetes "Kinder-Sicherheits-Quiz"
als interaktives Spiel an. Die Kinder können an "Leo"
und "Locki" schreiben. Alle Briefe werden handschriftlich
beantwortet.
Bundesweites
Medium für die Zielgruppe Kinder
Das Programm
Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder
(Pro PK) schlägt vor, Kinder mit einem bundesweiten Fernsehprogramm
über verschiedene Erscheinungsformen der Kriminalität und
der Prävention zu informieren. Zudem sollen Kinder über rechtliche
Normen und Folgen strafbaren Verhaltens aufgeklärt werden und auch
Informationen über den Ablauf von Ermittlungs- und justiziellen
Verfahren bekommen.
Beteiligungen
am XY-Preis
Das ZDF
und die Deutsche Kriminalfachredaktion verleihen seit dem Jahre 2002
jährlich einen Preis an Personen, die sich mit ihrem couragierten
und gleichzeitig besonnenen Verhalten gegenüber Kriminalität
besonders hervorgetan haben und hierdurch beispielgebend in der Öffentlichkeit
wirkten. Zielgruppe dieses Preises ist die gesamte Bevölkerung.
|