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| WISSENSCHAFT UND ÖKOLOGIE |
Inside Bt-Baumwolle
ist pflege-
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Im September 2002 besuchte der Botaniker Prof. C. Kamesware Rao Bt-Baumwollfelder in den indischen Bundesstaaten Karnataka und Gujarat. Er berichtet über die Erfahrungen der Bauern, die sich auf die Vorteile aus dem Anbau der Bt-Baumwolle freuen.
Das
Feld der Firma Manyco war ein ideales Beispiel für optimalen Baumwollanbau.
Wenn die Bauern ordentlich in diesen Anbaupraktiken geschult werden, könnte
die Baumwollproduktion in Indien beträchtlich gesteigert werden.
Wie vom Genetic Engineering Approval Committee (GEAC) vorgeschrieben,
gab es auf dem Manyco-Feld fünf Reihen mit konventionellem Saatgut.
Gegen saugende Insekten wurde zweimal gesprüht und gegen den Baumwollkapselkäfer
einmal. Insgesamt waren die Bt-Pflanzen kräftiger und mindestens
zwei Wochen früher reif als die konventionellen Pflanzen auf dem
gleichen Feld. Die beiden Bauern auf den benachbarten Feldern mit konventionellem Baumwollanbau hatten zweimal gegen Insekten und fünfmal gegen die Larven gesprüht. Trotzdem waren ihre Pflanzen immer noch sehr stark befallen. So würde man sie bis Ende der Erntezeit noch ca. ein Dutzend Mal sprühen müssen. Das überrascht nicht, da manche Bauern konventionelle Baumwolle bis zu 20 Mal sprühen - oft einfach aus Angst. Nächstes Jahr wollen diese beiden Bauern Bt-Baumwolle pflanzen, vorausgesetzt, sie können den Samen auftreiben. Bei
der Bewertung der Erfahrungen mit Bt-Baumwolle in dieser Saison gilt es,
einige Punkte zu berücksichtigen. Die Arten der Bt- und konventionellen
Baumwolle auf den benachbarten Feldern waren nicht identisch. Der konventionelle
Anbau war ein Hybrid aus amerikanischem und indischem Saatgut, während
es sich bei der Bt-Baumwolle um MECH 162 handelte. Die beiden konventionellen
Sorten waren dem MECH 162 offensichtlich überlegen. Es ist bedauerlich,
dass das Bt-Gen nicht in die beste indische Baumwollsorte eingebaut worden
ist. In
Gujarat gibt es offizielles Boll Guard-Saatgut, illegale Bt-Baumwolle,
gefälschtes Bt und, wie überall, auch konventionelles Saatgut.
Die Sorten sind dabei uneinheitlich, und der Monsun war außergewöhnlich
schlecht. Diese Lage wird von den Gentech-Gegnern ausgeschlachtet, die
behaupten, das Problem sei die Bt-Baumwolle. Zur Zeit gibt es in diesem
Staat keine repräsentativen Daten, die solche Mutmaßungen rechtfertigen
würden. Für abschließende Aussagen über die Erfahrung
mit Bt-Baumwolle in Indien ist es daher noch zu früh. Viele Nichtregierungsorganisationen verbreiten Halbwahrheiten, Lügen und Märchen, um die Öffentlichkeit über die vermeintlichen Gefahren der Bt-Baumwolle aufzuschrecken. So wird zum Beispiel behauptet, dass Bt sich nur für die USA und andere Länder mit gemäßigtem Klima eignet oder dass Bt die Ausgaben für Pestizide nicht reduziere und grundsätzlich keine wirklichen wirtschaftlichen Vorteile biete. Das alles wird ohne jede wissenschaftliche Analyse in die Welt gesetzt. Dabei gibt es hervorragende Studien. Für die USA hat der Agraretymologe Dr. Bentur nachgewiesen, dass aufgrund des verminderten Pestizideinsatzes beim Anbau von Bt-Baumwolle neben dem Baumwollkapselkäfer andere Schädlinge jetzt von ihren natürlichen Feinden dezimiert werden, die früher durch den starken Pestizideinsatz vernichtet wurden. In Indien sprühen die Bauern immer noch gegen saugende Insekten, so dass dieser Effekt hier noch nicht zu erwarten ist. Bt-Gegner behaupten auch, Bt-Baumwolle führe zu niedrigeren Erträgen. Aber Boll Guard wurde nicht entwickelt, um die Erträge als solche zu steigern. Wenn sie steigen, dann durch Verhinderung der Verluste durch Schädlingsbefall. Andere Leute behaupten, da Boll Guard nur gegen den Baumwollkapselkäfer wirke und man nach wie vor gegen andere Schädlinge Pestizide brauche, sei das Ganze irrelevant. Tatsache ist jedoch, dass der Baumwollkapselkäfer der Schädling ist, der für die Zerstörung der Baumwollfaser verantwortlich ist, während andere nur die Blätter der Pflanzen schädigen. Dass man bei Bt-Baumwolle überhaupt keine anderen Pestizide mehr brauche, hat nie jemand behauptet. Das Problem ist, dass die GEAC und andere staatliche Behörden defensiv auf die Gentech-Gegner reagieren, statt die Fakten zu publizieren und eine rationale Haltung einzunehmen. Dass die GEAC kürzlich die Einführung von genmodifiziertem Senf für den Einbau in Indien untersagte, obwohl sehr überzeugende Belege für die Sicherheit und wirtschaftlichen Vorteile dieses Saatguts vorlagen, ist ein weiteres Beispiel der irrationalen Vorgehensweise der GEAC. Die Geschädigten sind dabei die Bauern - also jene, für die alle in diesem Land zu kämpfen vorgeben.
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