Editorial
Inhalt
KRIEG &
TERRORISMUS
Mick Hume:
Ein Krieg, den Bush schon verloren hat
Dirk Maxeiner
und Michael Miersch:
Amerikas präventive Außenpolitik: "Hans Jonas pur"
[Heft S.11]
Frank Furedi:
Die Geschichte beginnt erst
Kai Rogusch:
Präventive Selbstverteidigung oder Die
Willkür als Rechtsgut
David Chandler:
Internationaler Strafgerichtshof: Weder international
noch gerecht
Michael Fitzpatrick:
Am größten ist die Angst vor nicht-existenten Gefahren
[Heft S.20]
WISSENSCHAFT &
ÖKOLOGIE
Stuart Blackman:
Seltene Tiere sind selten
[Heft S.23]
Thomas Deichmann:
Grüne bringen Grüne Gentechnik zum
Welken
Graham Brookes:
Was der Bt-Mais-Anbau in Spanien bringt
Scott Anderson:
Das Schaf als Gen-Fabrik
Edgar Gärtner:
Erst Trinken, dann Ausatmen!
Josef H. Reichholf:
Ökologie und unser Umgang mit der Erde
[Heft S.37]
Stuart Derbyshire:
Tierische Bedenken
Ulrike Gonder:
Gesunde Ernährung: voll fett!
[Heft S.48]
Martin Bongards:
Elbe um Elbe, Zahn um Zahn?
[Heft S.50]
Satire über neue Möglichkeiten, den Weltuntergang zu verhindern
Das Klima kann gerettet werden
[Heft S.52]
END OF SEX
Michael Najjar:
end of sex.as we know it
Matthias Horx:
Blocking, Banking, Babymaking
Frank Furedi:
Sind wir alle wie Ally McBeal?
POLITIK &
GESELLSCHAFT
Phil Mullan:
Älterwerden? Yes please!
Alexander Ewald:
Warum die Tobin-Steuer nichts taugt
Josie Appleton:
Lösungen aus der Suppenküche
Sauvik Chakraverti:
"Vielleicht sollten wir neue Wege finden, unsere Gesellschaft zu organisieren"
[Heft S.64]
Edgar Gärtner:
Schluss mit dem Tonnenterror!
[Heft S.66]
MEDIEN &
KULTUR
Stefan Chatrath:
Abstieg der Nationalmannschaft
[Heft S.67]
Klaus Bittermann:
Keine Verständigung mit dieser Welt
[Heft S.68]
Michael Wetzel:
Vom Standpunkt des Zuschauers
Wim Wenders:
Im Konsumzeitalter ist das SEHEN aus der Mode gekommen
[Heft S.72]
Sabine Rothemann:
Diderot und die Nachfolge
[Heft S.76]
Hans-Joachim Maes:
Wie Junk-Science funktioniert
RUBRIKEN
STICHWORT
Neues Parlament
von Sabine Reul
FROHE BOTSCHAFT
von Dirk Maxeiner und
Michael Miersch
[Heft S.22]
EINSPRUCH
Consulting ohne Ende
von Hans-Joachim Maes
[Heft S.56]
|
Was der Bt-Mais-Anbau in Spanien bringt
Der gewerbliche Anbau genmodifizierter Pflanzen in der EU ist zur Zeit
äußerst beschränkt. Hauptgrund dafür ist das vom
Ministerrat verfügte Moratorium der Genehmigungsverfahren für
neues GM-Saatgut. Nur eine einzige insektenresistente Maissorte (Compa
CB von Syngenta Seeds) wurde 1998 (vor dem Moratorium) zum Anbau freigegeben.
Sie ist aber nur in Spanien gewerblich eingesetzt worden. Graham
Brookes hat den Anbau dieser schädlingsresistenten Bt-Maissorte
in Spanien untersucht und die Ergebnisse mit Berichten über Auswirkungen
derselben Technologie in den USA verglichen - dem Land mit den bis heute
größten Anbauflächen von schädlingsresistentem Mais.
In den Jahren 2001/02 baute Spanien auf 485.000 Hektar Getreidemais an
(11 Prozent des gesamten EU-Anbaus). Über 90 Prozent dieser Anbaufläche
wird bewässert. Bt-Mais wird auf 20.000 bis 25.000 Hektar angebaut
(durch ein freiwilliges Abkommen mit dem Saatlieferanten Syngenta wurde
diese Fläche seit 1998 nicht ausgeweitet). Die Hauptanbaugebiete
für Bt-Mais befinden sich in den Provinzen Huesca, Zaragosa und Lleida
(in den Regionen Aragonien und Katalanien).
Alle wichtigen Anbaugebiete für Bt-Mais liegen in Gebieten, in denen
üblicherweise die Gefahr des jährlichen Befalls mit Maiszünslerlarven
groß oder mittelgroß ist. Insgesamt kann man davon ausgehen,
dass ein Viertel der Maisanbauflächen in Spanien im hohen Gefährdungsbereich
und weitere 40 Prozent im mittleren liegen.
Auf 6 Prozent bis 20 Prozent der spanischen Mais-Anbaufläche werden
Insektizide eingesetzt, um den Maiszünslerbefall unter Kontrolle
zu halten. Ihr Einsatz erfolgt entweder über die künstliche
Bewässerung oder durch Sprühflugzeuge. Die durchschnittlichen
Kosten pro Anwendung über die Bewässerung liegen bei 18-24 Euro/Hektar,
bei Sprühaktionen bei 36-42 Euro/ha.
Beim größten Teil der spanischen Maisproduktion findet keine
aktive Bekämpfung des Maiszünslers statt (35-54 Prozent dieser
Anbaugebiete liegen in Regionen mit mittelgroßer bis großer
Befallsgefahr - ohne Einsatz mit Bt-Saatgut - und 25 Prozent in Regionen
mit niedriger Befallsgefahr). Die Hauptgründe hierfür sind,
dass der Schädlingsbefall von Jahr zu Jahr und auch von den Anbaugebieten
her variiert, und dass der Zeitpunkt der Bekämpfung zeitgenau erfolgen
muss (innerhalb von 2-3 Tagen nach dem Schlüpfen der Larven). Dieser
Zeitpunkt ist nicht leicht zu bestimmen, da die Larven innerhalb einer
Periode von drei Wochen schlüpfen, während die Wirkzeit der
Insektizide nur wenige Tage beträgt. Erschwerend kommt hinzu, dass
die Insektizide nur geringe Wirkung auf die Maiszünslerlarven haben,
die sich bereits in die Stängel gebohrt haben. Zudem ist das Ausmaß
des Befalls nur unzureichend erkennbar, und die Kosten der Bekämpfung
werden als ausgesprochen hoch empfunden.
Man schätzt, dass der Maiszünsler in Regionen mit großer
Befallsgefahr, in denen keine Insektizide eingesetzt werden, einen durchschnittlichen
Ertragsverlust von 15 Prozent verursacht. In manchen Regionen, in denen
Insektizide nicht optimal eingesetzt werden, beträgt der durchschnittliche
Ertragsverlust 10 Prozent. Im Landesdurchschnitt ist der Ertragsverlust
vermutlich geringer, liegt aber immer noch im Bereich von 5-7 Prozent.*
Auswirkungen
des Anbaus von Bt-Mais
Die Kosten für Bt-Maissaatgut liegen in Relation zu vergleichbaren
Alternativen bei 18-31 Euro/ha, wobei für die Mehrzahl der Landwirte,
die ihr Saatgut über Kooperativen beziehen, die Kosten eher im unteren
Bereich liegen.
Da der von Maiszünslern verursachte Ertragsverlust je nach Anbauort,
Jahr, Klimafaktoren, Aussaatzeit, Einsatz von oder Verzicht auf Insektizide
und deren optimaler Anwendung schwankt, variieren auch die positiven Auswirkungen,
d. h. die Ertragssteigerungen durch den Anbau von Bt-Mais. In der Region
Huesca, in der im Allgemeinen ein hohes Befallsrisiko herrscht, wird eine
Ertragsverbesserung von durchschnittlich 10 Prozent erreicht (d. h. 1
Tonne/ha auf einen Basisertrag von 10 t/ha), wo früher Insektizide
eingesetzt wurden, und von 15 Prozent, wo vorher keine eingesetzt wurden.
Andere Untersuchungen zu einer Reihe von Anbaugebieten, allerdings nur
für das Jahr 1997, geben (innerhalb einer Spanne von 2,9 Prozent
bis 12,9 Prozent) Ertragssteigerungen von durchschnittlich 6,3 Prozent
an. Demgegenüber liegen die Ertragsverbesserungen in Gebieten mit
niedrigem, bzw. mittlerem Befallsrisiko bei etwa 1 Prozent innerhalb des
Beobachtungszeitraums der letzten vier Jahre.
Der Kostenfaktor beim Anbau von Bt-Mais liegt bei etwa plus 18,5 Euro/ha
für das Saatgut. Dem stehen Einsparungen von 24 bis 102 Euro/ha gegenüber,
weil keine Maiszünsler-Bekämpfungsmittel mehr eingesetzt und
in einigen Fällen auch keine Mittel gegen Spinnmilben mehr gespritzt
werden mussten (einige Landwirte klagen, dass die Mittel gegen Maiszünsler
auch Nutzinsekten vernichtet haben). Bei herkömmlichen Ernten ohne
Insektizideinsatz fällt der Kostenfaktor nicht ins Gewicht. Es ergeben
sich jedoch zusätzliche Kostensenkungen im Sekundärbereich,
etwa im Bereich Arbeits- und Verwaltungszeit, z. B. für Feldbegehungen
und/oder den Einsatz spezieller Insektizide über die Bewässerung.
Die Auswirkungen des Bt-Mais-Anbaus auf den wirtschaftlichen Ertrag in
der Region stellen sich wie folgt dar:
>
In der Region Sarinena (ein Gebiet mit hohem durchschnittlichen Jahresbefall)
ergaben sich durch den Einsatz von Bt-Mais Gewinnsteigerungen von 67-329,5
Euro/ha (im Durchschnitt 146,5 Euro/ha). In Relation zur allgemeinen Ertragsspanne
beim Maisanbau in der Region entspricht dies einer Steigerung von +5.5
Prozent bis +32.4 Prozent (Durchschnitt: +12.9 Prozent). Diese Rentabilitätssteigerung
könnte ein signifikantes Gegengewicht zu jenen potenziell für
die Ertragsspanne nachteiligen Effekten im Maisanbau bilden.
> Im Barbastro-Gebiet (eine Region mit niedrigem bis mittlerem durchschnittlichem
Jahresbefall) lag der Nettogewinn bei Anbau von Bt-Mais bei plus/minus
Null (d. h. keine Netto-Ertragsveränderung über vier Jahre).
> In Hinblick auf die Rentabilität werden die Kosten für
die Bt-Technologie durch das Einsparen von Insektiziden für die Landwirte
in der Sarinena-Region mehr als nur ausgeglichen. Für Landwirte,
die den Maiszünsler generell nicht bekämpfen, liegt die Rentabilitätsschwelle
für Bt-Technologie (bei einem Marktpreis von 123 Euro pro Tonne im
Jahr 2001) bei einer Produktionssteigerung von 0,15 t/ha (1,5 Prozent
Produktionssteigerung gegenüber der durchschnittlichen Maisproduktion
in ganz Spanien im Jahr 2001).
Weitere
Auswirkungen und Aspekte
> Beitrag zum Produktions-Risikomanagement: Für einige Landwirte
ist der versicherungsrelevante Aspekt beim Anbau von Bt-Mais besonders
wichtig - sie müssen sich nicht mehr gegen mögliche schwere
Schäden durch Maiszünslerbefall absichern.
> Der "Annehmlichkeitsfaktor": Es muss weniger Zeit für
Feldbegehungen und/oder Schädlingsbekämpfung aufgewandt werden.
> Verbesserung der Getreidequalität: Bt-Mais weist geringere Spuren
von Mycotoxinen auf als herkömmlicher Mais.
> Deutliche Vorteile für die menschliche Gesundheit (Landwirte
und Landarbeiter): Reduzierung der Risiken von Unfällen beim Hantieren
mit Insektiziden.
> Deutliche Vorteile für die Umwelt, da einige Insektizide nicht
länger eingesetzt werden (s. u.).
> Der Einsatz dieser Transgen-Technologie ist unbeschränkt: Kleine
und große Landwirtschaftsbetriebe setzen sie ein (die durchschnittliche
Hofgröße Bt-Mais-anbauender Landwirte liegt bei 50 Hektar oder
weniger (50 Hektar ist die Durchschnittsfläche in der Region Huesca;
im Zaragossa-Gebiet sind Durchschnittsflächen unter 20 Hektar üblich).
> Alle genmodifizierten Maissorten werden über normale Vertriebswege
an Verbraucher im Tierfuttersektor verkauft. Eine Trennung von genmodifiziertem
Mais und nicht-genmodifiziertem Mais ist nicht erforderlich.
Chancen
für den Bt-Mais in Spanien
Wir gehen davon aus, dass fast 36 Prozent (173.00 Hektar) des Maisanbaus
in Spanien unter der Voraussetzung auf Bt-Mais umgestellt würde,
dass alle führenden Sorten der Bt-Technologie im Handel erhältlich
sind und keine Lieferbeschränkungen für Saatgutmengen vorliegen.
Geht man von einer Ernteertragssteigerung um 5-7 Prozent gegenüber
konventionellen Maissorten aus, würde das beim genannten Akzeptanzgrad
eine Steigerung der spanischen Maisproduktion um 88.000 bis 123.000 Tonnen
ermöglichen (um 1.8-2.5 Prozent). Für die Landwirte bedeutete
dies einen zusätzlichen Gewinn von 10,82 bis 15,22 Mio. Euro.
Auswirkungen
auf die Umwelt
Ausgehend von Untersuchungen in Landwirtschaftsbetrieben der Region Huesca
wird deutlich, dass die beiden gegenwärtig zur Bekämpfung des
Maiszünslers eingesetzten Insektizide nahezu ausschließlich
gegen diesen spezifischen Schädling eingesetzt werden. Würde
Bt-Mais im oben erwarteten Maße angebaut, würden diese Insektizide
wahrscheinlich im spanischen Maisanbau generell nicht mehr genutzt werden.
Das würde eine Nettoreduzierung der besprühten Fläche um
59.000 bis 98.000 Hektar und eine Reduzierung der eingesetzten Wirkstoffmenge
um 35 bis 54 Tonnen bedeuten. Hinsichtlich der Gesamtmenge der Insektizide
im spanischen Maisanbau (einschließlich der Bodeninsektizide) bedeutete
das eine Reduzierung der gesamten Sprühflächen um 27-45 Prozent
und eine Reduktion der eingesetzten Wirkstoffmenge um 26-35 Prozent.
Da diese Insektizide manchmal auch gegen andere Schädlinge wie Heliothis
und Agrotis eingesetzt werden, könnte die Einsparung von Insektiziden
etwas geringer ausfallen, möglicherweise sogar um zwei Drittel (d.
h. eine Reduzierung der Sprühflächen um 15.000 bis 32.000 Hektar
und der Wirkstoffmenge um 12-19 Tonnen).
* Tatsache
ist, dass bei zeitlich optimalem Einsatz von Insektiziden die Produktionsverluste
um 70-90 Prozent verringert werden können, doch, wie bereits angeführt,
ist dies nur selten möglich, schwer durchführbar und nicht
kosteneffektiv.
Aus
dem Englischen übersetzt von Vera Pagin, Textbüro Reul GmbH,
Frankfurt am Main.
Graham Brookes ist Agrarwissenschaftler und Manager der Beratungsagentur
Brookes West in Canterbury, England. Beim vorliegenden Artikel handelt
es sich um die Zusammenfassung seiner im September erschienenen Studie
"The farm level impact of using Bt maize in Spain". Sie kann
vom Autor direkt angefordert werden (Tel +44 1303 840958; Fax +44 1303
840959; E-Mail Graham.Brookes@Btinternet.com).
In Novo58/59 ist von Brookes zuletzt der Artikel "Gentechnikfreie
Politik schadet der Europäischen Union" erschienen.
TABELLEN
Verluste im Maisanbau durch Maiszünsler in Spanien 1997
| Region |
Durchschnittlicher
Ernteverlust in Prozent auf untersuchten Anbaugebieten in der Region |
Häufigster
Wert der Ernteverluste |
Maximale
Verluste in Prozent |
| Albacete |
6,4 |
8-9 |
9,6 |
| Girona |
12,9 |
14-16 |
24,6 |
| Huesca |
6,5 |
8-9 |
21,2 |
| Lleida |
4,4 |
8-9 |
9,1 |
| Madrid |
2,9 |
2-4 |
5,9 |
| Zaragosa |
6,1 |
8-9 |
22 |
| Alle
obigen Regionen |
6,1 |
8-9 |
|
Die Erhebungen
basieren auf Stichproben in der jeweiligen Region 1997.
Quelle: Alcade E (1999) Symposium de Sanidad Vegetal, Sevilla.
Vergleich
des Ernteertrags bei Bt-Mais und konventionellem Mais in Spanien 1997
(Tonnen/Hektar)
| Region |
Durchschnittlicher
Ernteertrag bei Bt-Mais |
Ernteertrag
bei konventionellem Mais |
Unterschied
in Prozent |
| Albacete |
14,2 |
13,34 |
+6,4 |
| Girona |
13,63 |
12,07 |
+12,9 |
| Huesca |
13,35 |
12,54 |
+6,5 |
| Lleida |
13,72 |
13,13 |
+4,5 |
| Madrid |
14,70 |
14,28 |
+2,9 |
| Zaragosa |
12,01 |
11,32 |
+6,1 |
| Alle
obigen Regionen |
13,30 |
12,51 |
+6,3 |
Die Erhebungen
basieren auf den Daten einer Versuchsanbaufläche von 1000 qm in jeder
Region im Jahr 1997.
Quelle: Alcade E (1999) Symposium de Sanidad Vegetal, Sevilla.
Zusammenfassung
der Auswirkungen von Bt-Maisanbau auf den Ernteertrag in US-Farmbetrieben
1997-2000
| Region
/ Bundesstaat |
Anzahl
der ausgewerte-
ten Unter-
suchungen |
Durchschnitt-
liche Ernteertrags-
steigerung bei Bt-Mais: Tonnen/ha |
Durchschnitt-
licher Ertrags-
gewinn in Prozent (gerundet) |
Spanne |
| Getreidegürtel
USA |
6 |
+0,68 |
+8,12 |
+4
to +12.8 |
| Illinois |
4 |
+1,02 |
+12,26 |
+1,1
to +22,6 |
| Iowa |
5 |
+0,45 |
+5,34 |
+2,2
to +9,2 |
| Kansas |
3 |
+0,49 |
+5,87 |
+2,8
to + 9,0 |
| Minnesota |
1 |
+1,14 |
+13,69 |
+13,69
to +13,69 |
| Nebraska |
2 |
+0,46 |
+5,57 |
+3,2
to +7,9 |
| South
Dakota |
2 |
+0,65 |
+7,75 |
+5,8
to +9,7 |
| USA
insgesamt |
5 |
+0,42 |
+5,04 |
+2,5
to +9,0 |
Quelle: Tabelle 7 in Marra M, Pardey P & Alston J (2002): The pay-offs
of agricultural biotechnology: an assessment of the evidence, International
Food Policy Research Institute, Washington, USA. In der zitierten Arbeit
werden die Ernteertragssteigerungen in "bushels" pro "acre"
angegeben. Diese Werte wurden in Tonnen pro Hektar umgerechnet und in Prozentwerten
verglichen mit den durchschnittlichen amerikanischen Mais-Ernteerträgen
in der Zeit von 1997-2000 (dem Zeitraum, dem sich die meisten Arbeiten widmeten)
von 8.345 Tonnen/ha.
Auswirkungen
von Bt-Mais auf Haupteinnahme- und Kostenfaktoren in der Maisproduktion
der Huesca-Region in Spanien (EUR/ha)
|
|
Barbastro |
Sarinena
Gewinn-
spannen |
Sarinena
Durchschnitt |
| Durchschnittlicher
Ernteertrag (Tonne/ha) |
13-15 |
10 |
10 |
| Ernteertragssteigerung
durch Bt-Mais (Tonne/ha) |
+0,15 |
+0,5 bis
+2,0 |
+1,0 |
| Erlössteigerung |
+18,5 |
+61,5
bis +246 |
+123 |
|
|
|
|
|
| Quantifizierbare
Kostenveränderungen |
|
|
|
| Kosten
Saatgut |
-18,5 |
-18,5 |
-18.5 |
| Kosten
Pflanzenschutz |
Keine
Änderung |
+24 bis
+102 |
+42 |
| Nettogewinn |
Null |
+67 bis
+329,5 |
+146,5 |
Ausgangspreis für Mais ist hier 123 Euro/Tonne - der durchschnittliche
Erzeugerpreis im September/Oktober 2001. Technologiekosten basieren auf
Informationen von AGPME zu Betrieben in der Sarinena-Kooperative.
Quelle: Vor Ort Untersuchung im Juli 2002: Barbastro Musterbetrieb und die
regionale Sarinena-Kooperative von Maisanbauern (500 Mitglieder).
Bt-Maisanbau
im Oderbruch
Auch in
Deutschland haben dieses Jahr Landwirte und Forschungsinstitute in begrenztem
Umfang gentechnisch verbesserten Mais angebaut - u.a. auch insektenresistenten
Bt-Mais, der in Spanien bereits in größerem Maßstab
erfolgreich kultiviert wird. Insgesamt hat das Bundessortenamt für
2002 zeitlich und mengenmäßig begrenzte Vertriebsgenehmigungen
für 11 gentechnisch veränderte Sortenkandidaten erteilt. Auf
Grundlage dieser Zulassungen wurden auch auf einem Feld im Oderbruch
im Umland Berlins erneut Versuchsanbauten durchgeführt. Dabei sollten
die Unterschiede zwischen gentechnisch verändertem Bt-Mais und
konventionellen Sorten festgestellt werden. Die Auswertungen der Versuchsanbauten
zeigten eindeutig, dass das Potenzial für Bt-Mais auch hierzulande
sehr groß ist. Die ungeschützten, konventionellen Pflanzen
litten extrem unter dem Befall der Maiszünslerlarven, die sich
in Stengel und Kolben bohren. Viele Maisstengel waren vor der Ernte
abgeknickt, etliche Kolben zeigten als Folge der Maiszünslerangriffe
zudem deutliche Pilzspuren, die bei Mensch und Tier zu Gesundheitsschäden
führen können.
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