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| WISSENSCHAFT UND ÖKOLOGIE |
Inside Klimagipfel
Den Haag:
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Roger Bate hegt Zweifel, ob sich das Klima tatsächlich erwärmt. Auch wenn die Klima-Szenarien stimmen, muss der Mensch lernen, besser mit Naturereignissen umzugehen.
Aber:
ändert sich das Klima wirklich, und wenn ja, nützt es etwas,
weniger Energie zu verbrauchen? Große Überschwemmungen gab
es schon immer. 1663 notierte der britische Schreiber Samuel Pepys: "Letzte
Nacht gab es in England die größte Flut seit Menschengedenken.
Die ganze Whitehall stand unter Wasser." Nicht so lange her ist die
große europäische Flut von 1953. Der Sturm fegte über
Südengland, die Niederlande und Teile Frankreichs und trieb Meerwasser
kilometerweit landeinwärts. In Großbritannien löste diese
Katastrophe eine Diskussion aus, die zum Bau der Themse-Barriere führte. Es ist möglich, dass der Temperatur- und Klimawandel heute nicht nur natürliche Ursachen hat. Doch die wissenschaftliche Unsicherheit ist immer noch riesig, auch wenn manche Politiker so handeln, als gäbe es keine. Nach dem angesehenen Meteorologen Professor Richard Lindzen des Massachusetts Institute of Technology in Boston schaffen aktuelle Presseerklärungen "den gravierend falschen Eindruck, man habe ein deutliches Indiz dafür gefunden, dass die Emission von Treibhausgasen die Ursache für den historischen Temperaturanstieg sei. Dabei gibt es nur wenige Belege, die diese Annahme unterstützen." Laut Lindzen rührt diese Verzerrung aus dem Druck, der auf die Wissenschaftler ausgeübt wird, "Ergebnisse, die das aktuelle Szenario (des gefährlichen Klimawandels) unterstützen, zu betonen und andere zu unterdrücken." So beobachtet Dr. Roy Spencer von der NASA: "Es ist einfach, Geldmittel zu bekommen, wenn man Beweise für drohende Klimakatastrophen vorlegt. Gewiss, die Forschung profitiert von Angstszenarien." Lindzen folgert daraus, dass die Wissenschaft politisch unbedeutender wird. "Die Politiker bestimmen die zukünftige Strategie, ohne auf die Wissenschaft zu achten." Für Umweltpolitiker ist es vielleicht dienlich, wissenschaftliche Ergebnisse zu ignorieren. So wenden sich die letzten Äußerungen des Wissenschaftlers, den die Grünen gern als "Vater der Erderwärmung" feiern, Dr. James Hansen von der NASA, gegen den aktuellen Alarmismus oder zumindest gegen die These, dass CO2 schuld an der Erwärmung ist. Am 23. Juni 1988 erklärte Hansen vor dem US Congress: "Es gibt eine starke Ursache-Wirkungs-Beziehung bei den Temperaturänderungen, die von der Verbrennung von fossilen Brennstoffen verursacht werden." Doch im August 2000 sagte Hansen, dass "wenig oder vielleicht nichts dieser Erwärmung in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf CO2 zurückzuführen ist." Dieses Eingeständnis Hansens ist ein tödlicher Stoß für die Sache der Grünen. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore sagte 1988, dass er "den Dritten Weltkrieg starten würde, wenn man Hansen nicht erlaubt, gehört zu werden." Wahrscheinlich hat Gore Hansen in den letzten Monaten nicht mehr erwähnt. Laut Fred Singer, einem anerkannten Gegner der Klimapanik, stehen die Beweise für eine aktuelle Erwärmung auf wackligen Füßen, da die Temperaturmessungen auf dem Festland häufig durch "städtische Hitzeinseln" gestört sind. Mit anderen Worten: Städte speichern Hitze in Gebäuden, im Asphalt usw. und sind somit um einige Grad wärmer als die sie umgebenden Gebiete. "Es gab in den letzten 60 Jahren keine Erwärmung", so Singer. Vorsichtiges Handeln? Aber nehmen wir einmal an, dass die Alarmisten richtig liegen, oder wenigstens, dass es auch nur eine kleine Möglichkeit gibt, dass ihre Annahmen korrekt sind, und argumentieren wir für Vorsichtiges Handeln. "Wir haben nur einen Planeten", wie die Grünen sagen. Selbst dann ist es unwahrscheinlich, dass das Ziel der Stabilisierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre politisch machbar ist. Das aktuelle Abkommen, bekannt als das "Kioto Protokoll", fordert die Senkung des Ausstoßes um 5 Prozent unter den Stand von 1990. Aber die Stabilisierung des CO2-Gehalts der Atmosphäre würde eine Reduktion der CO2-Emissionen um 60-80 Prozent erfordern. Doch schon allein die Senkung um 5 Prozent ist unwahrscheinlich. Der US-amerikanische Kongress wird das Protokoll wahrscheinlich nicht unterzeichnen, sollte es ihm jemals vorgelegt werden. Denn der amerikanische Steuerzahler wehrt sich vehement gegen jegliche Anhebung der Mineralölsteuer. Im übrigen hat auch noch kein europäisches Land das Abkommen ratifiziert, obwohl die Europäer die Amerikaner gern beschuldigen, sie würden den politischen Prozess aufhalten. Es scheint, als bemerke die Öffentlichkeit, dass die eingeforderten Opfer zugunsten des Klimaschutzes nicht viel bringen werden. Die spontanen Proteste im letzten Sommer angesichts der hohen Benzinpreise in Europa haben gezeigt, dass der Mensch hinterm Steuer nicht davon überzeugt ist, dass die Gefahr des Klimawandels die Nachteile extrem hoher Transportkosten aufwiegt. Die Regierungen in London, Paris und Berlin mussten ihre Annahme überdenken, dass Umweltschutz zu hohen persönlichen Kosten für die Mehrheit akzeptabel ist. Es ist nicht so, dass der Bevölkerung die Umwelt egal ist, nur gibt es wenige Anzeichen dafür, dass die Dinge schlechter werden - ganz im Gegenteil. Die Unterstützung für die Proteste gegen die Benzinpreise haben zum Vorschein gebracht, dass die EU ihr Mandat überschätzt hat, die angenommene Erderwärmung mit höheren Energiesteuern zu bekämpfen. Nachdem sich die Verhandlungspartner in Den Haag nicht einigen konnten, wie das Abkommen von Kioto umgesetzt werden soll, ist es Zeit darüber nachzudenken, was die führenden EU-Staaten in Zukunft vorhaben. Wird Gerhard Schröder wirklich sein Versprechen wahrmachen, den Benzinpreis im nächsten Jahrzehnt zu verdoppeln? Wird der britische Premierminister Tony Blair die Klimaabgabe auf Strom durchsetzen, die im April während des Wahlkampfes in Kraft treten soll? Zunächst hat sein Schatzkanzler die Steuererhöhung für Benzin wegen der Proteste eingefroren. "Wenn die EU ihre Position nicht überdenkt," so Singer, "droht ihr ein Pyrrhussieg: Die EU wird das Abkommen zwar unterzeichnen, aber nicht umsetzen können." Anpassung ist der Schlüssel Unabhängig von diesen politischen Aktivitäten muss die Gesellschaft lernen, mit Naturkatastrophen besser umzugehen, egal ob diese von Menschen beeinflusst werden oder nicht. Die Industrienationen haben dabei im letzten Jahrhundert große Fortschritte gemacht. Die Tatsache, dass ein Sturm gleicher Stärke niemanden in Florida, aber Tausende Menschen in Bangladesh tötet, liegt nicht an Glück oder Pech, sondern am Wohlstand. Wenn Sie das Pech haben, ein Erdbeben zu erleben, stellen Sie sicher, dass Sie sich in einem Privatgebäude in San Francisco befinden und nicht im öffentlichen Wohnungsbau in der Türkei oder in Indien. Damit Länder ihre Bevölkerung besser schützen können, brauchen sie vor allem eine stärkere Wirtschaft. Und der beste Weg für die Industrienation, wirtschaftlich schwächere Länder zu unterstützen, ist, mehr von diesen Ländern zu kaufen. Wenn wir den Armen dieser Welt wirklich helfen wollen und uns Sorgen über unseren möglichen Einfluss auf das Klima machen, sollten wir zwei Dinge tun: Alle Subventionen für die Landwirtschaft abschaffen und die Produkte aus Asien und Afrika importieren. Außerdem alle indirekten Subventionen für fossile Brennstoffe aufheben. Ein wirtschaftliches Modell (ohne Zweifel so ungenau wie die anderen) hat ergeben, dass ein solches Vorgehen die Emissionen um 9 Prozent senken würde, also um fast das Doppelte dessen, was nach dem Kioto-Protokoll nötig ist. Umweltschützer fordern die höhere Besteuerung von Energie, die Verlangsamung des Fortschritts und die Machtübergabe an internationale Energiekommissionen. Menschen mit mehr Bedacht erkennen die wissenschaftlichen Unsicherheiten und das lebensrettende Potenzial von Reichtum. Es ist möglich, dass die von Menschen verursachten Abgase die letzten Überschwemmungen verschlimmert haben. Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass es ein Naturphänomen war - völlig außerhalb der Kontrolle des Menschen.
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