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Hier für Sie ein paar Worte über NOVO von prominenten Lesern und Anhängern anlässlich der Herausgabe der 50. Ausgabe im Januar 2001. Überzeugen auch Sie sich, werden Sie Abonnent und empfehlen Sie NOVO weiter...
Was
scheren uns die Tatsachen? Hauptsache, die Moral von der Geschichte stimmt.
Bei NOVO-Autoren ist das anders: die gucken hin, auch wenn ihnen nicht
passt, was sie sehen. Was früher progressiv war, ist heute Regierungslinie.
Manch Zeitgeistritter hat's bis heute nicht gemerkt. NOVO-Autoren schert
das nicht. Sie sind irgendwie immer in Opposition. Was einstmals die taz
war, könnte NOVO werden: eine Zeitschrift, die man braucht, weil
alle anderen das gleiche schreiben. Fußnote: nur nicht verbiestern
dabei! Und keine Rechthaberei! Ansonsten - weiter so!
Was
ich an NOVO mag, ist der gnadenlos unorthodoxe Blick auf die Welt. Die
Lektüre ist ein reflexionsanregendes Wechselbad: Beim Lesen eines
Artikels klatsche ich begeistert Bravo, schon auf der nächsten Seite
ärgere ich mich maßlos und stelle doch fest, dass ich vielleicht
meinen eigenen Standpunkt noch mal überdenken müsste.
NOVO
verlässt die ausgetretenen Pfade und richtet den Blick nach vorne,
fern vom Zeitgeist.
Wehleidigkeit
und Larmoyanz sind auch Formen von Intoleranz. Gegen die "Betroffenheitspolitik",
die im Namen dieser Form der Intoleranz betrieben wird, ist NOVO das wirksamste
publizistische Gegengift.
In
Abwandlung einer viel zitierten Maxime: Bevor man etwas verändern
kann, muss man es neu interpretieren. NOVO ist nicht schlecht darin.
NOVO
enthält Sprengstoff: Kommentare, die für Gentechnik plädieren,
Analysen, die feministische Phrasen zerlegen und Artikel, die Homöopathie
als Aberglaube entlarven. Eine Streitschrift, die mitten im Jammertal
Fortschrittsoptimismus fordert und frech behauptet, man könne die
Zukunft positiv gestalten. Die scharfe Rationalität des Magazins
NOVO ist Labsal für kritische Geister. Darin ist alles vertreten,
was in der deutschen Gesinnungselite heftiges Stirnrunzeln auslöst.
Diese Frechheit aus Frankfurt könnte ein Forum für alle werden,
denen die Selbstgerechtigkeit dieser Elite zunehmend auf den Geist geht.
NOVO
spart mir Zeit und verändert meine Lesegewohnheiten: Auf rund 300
NOVO-Seiten pro Jahr finde ich mehr unabhängige Gedanken als auf
vielen tausend Seiten der deutschen Leitmedien.
Mit
Lust am Streit macht sich NOVO daran, in jeder Nummer das große
Einverständnis zu stören: Fragwürdige wissenschaftliche
Begründungen für die landläufige Technikfeindschaft werden
ebenso bloßgestellt wie die Gemeinplätze des gängigen
"Opferkults" oder die Hysterien bei der Sorge um Gesundheit.
Überzeugend ist NOVO immer da, wo es zeigen kann, wie aus Angst und
Abwehr Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten hingenommen
werden. Paternalistische Schutzreflexe schlagen eben leicht um in Bevormundung.
Dagegen setzt die Zeitschrift eine Mischung aus hedonistischem Individualismus,
der für die Verantwortung des Einzelnen plädiert, und Interesse
an einer libertären Demokratie. Hier liegt wohl die größte
Chance für NOVO. Die Frankfurter Zweimonatszeitschrift möchte
gern das intellektuelle Zentralorgan der Wende werden.
NOVO
ist mit seinen kritischen Argumenten meistens einen Tick weiter als die
Karawane.
NOVO
beherrscht die hohe Kunst, eine äußerst bizarre Mischung aus
unterschiedlichsten Artikeln und Autoren in einem Heft unterzubringen
und hat außerdem den nettesten Chefredakteur, den es in der Bunzreplik
gibt. Dass diese Zeitung 50 Nummern erreicht hat, gehört zu einem
der ganz großen Rätsel der Zeitungsgeschichte, wenn nicht sogar
Weltgeschichte.
N=neu
O=offen V=vielfältig O=objektiv
Gegen
den politischen Zeitgeist, für die Freiheit der Gedanken - NOVO steht
dafür. Hoffentlich noch viele, viele Ausgaben...
Mit
Albert Einstein bemerke ich über NOVO: "Any intelligent fool
can make things bigger, more complex, and more violent. It takes a touch
of genius - and a lot of courage - to move in the opposite direction."
Weiter so!
Sie
machen eine unglaublich tapfere und sogleich so angenehm unpolemische,
klare Zeitung. In den besten Momenten etwas, was Der Spiegel, hauptsächlich
auf Alltagskriegsgewinn aus, schon lange nicht mehr hat, und im Grundzug
wohl auch nie hatte, höchstens in Ausnahmegestalten wie Gerhard Mauz,
dem Sonderfall eines gerechten, aufklärerischen, dabei immer Fragen
entdeckenden Berichterstatters - das aber ist bei NOVO der Grundzug.
In
der NOVO-Redaktion wird verstanden, Kritik hat ihre Funktion nicht in
übler Nachrede, sondern insofern sie Probleme derart aufzeigt, dass
sie als lösbar erscheinen. Die Mühe, etablierte Gewissheiten
in Frage zu stellen, wird von NOVO nicht gescheut, auch und gerade wenn
der Wind ins Gesicht bläst. Es gibt keine Gewissheit, die auf ewig
gilt, und es gehört Mut dazu, sich auf unsicherem Terrain zu bewegen,
dort, wo es scheinbar nicht mehr weitergeht.
Es
ist erfreulich, dass es NOVO gibt, eine Zeitschrift, die über den
Mut und die analytische Brillanz verfügt, den Klischees, Mythen und
Hysterien gegenwärtiger öffentlicher Diskurse entgegenzuwirken
und Wege zu einer offenen, vorurteilsfreien Analyse der bedrängenden
Probleme unserer Zeit zu weisen. Ganz besonders danke ich Ihnen für
Ihre mutige Haltung zum Kosovo-Konflikt und die prägnante Darlegung
der Mechanismen "westlicher" Kriegs-Propaganda. Ich wünsche
NOVO noch viele Jahre des kritisch-konstruktiven Einspruchs. Machen Sie
weiter so!
NOVO
ist die zarteste Versuchung, seit es Positivismus gibt. Mir als notorisch
adornitischem Kulturpessimisten entlockt der NOVO Think Pink zumeist ein
Schmunzeln, bisweilen auch einen kräftigen Fluch - dammit, fucking
old Fritze Engels is back in town. Aber wenn's denn gegen die rotgrünen
Bastarde geht, müssen auch strange bedfellows zusammenfinden, oder?
The good, the bad and the ugly - entscheidend ist doch, wer besser trifft.
In diesem Sinne: Stay alive, NOVO - and, as Stella sings: Finger on the
Trigger of the Years to Come!
Ich
schätze NOVO, weil es sich nicht von jenen einschüchtern lässt,
die den gesunden Menschenverstand durch die Political Correctness ersetzen
wollen.
Kein
Abfinden mit Plattitüden und Altersweisheiten. NOVO setzt dankenswerterweise
mit jeder Ausgabe aufs Neue den linken Mainstream intellektuell unter
Druck. Fundierte Analysen und Kritik am herrschenden Zeitgeist, wenn auch
bisweilen etwas zu sehr fortschrittsgläubig - allemal besser aber
als die Technikfeindlichkeit und die ungezählten Denkverbote insbesondere
in der Linken.
Für
NOVO: Wer gegen den Strom schwimmt, hat die Chance, dem Ozean der Mittelmäßigkeit
zu entrinnen. Wer gegen den Strom schwimmt, muss gute Gründe dafür
haben, denn der Preis ist nicht nur Einsamkeit, sondern Gegnerschaft.
Wer gegen den Strom schwimmt, stellt persönliche Überzeugung
über den Applaus der Massen. Wer gegen den Strom schwimmt, tut dies
aus Überzeugung (das ist ehrenwert) oder aus Sturheit (das zeugt
für Mangel an Intelligenz). Wer gegen den Strom schwimmt, muss sein
Ziel genau kennen, Wegweiser gibt es nicht. Wer gegen den Strom schwimmt,
schafft sich keine Freunde; wer dabei Gefühle verletzt, muss mit
Feinden rechnen. Wer gegen den Strom schwimmt, bricht Regeln. Nun wer
versteht, den Regelverstoß wohl zu dosieren, intelligent zu verpacken
und mit einer guten Prise Chuzpe zu würzen, kann auf Erfolg hoffen.
Wer gegen den Strom schwimmt, wird schlank. Wer Glück hat, kommt
an. Wer mit seiner Energie nicht Haus hält und die Strecke unterschätzt,
droht schließlich doch im Ozean der Mittelmäßigkeit zu
enden.
Das
Magazin NOVO setzt "auf das evolutionäre Potenzial einer freiheitlichen
und zivilen Gesellschaftsvision". Was hochtrabend klingt, birgt in
der Tat spannende Inhalte aus Politik, Gesellschaft und natürlich
Wissenschaft.
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Wir spüren in den Nischen des globalen intellektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können... >>
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