Editorial
Inhalt
EXPO 2000: Zukunft von Gestern?
AitakWalter-Barani und Philipp Kissel:
EXPO 2000: Ausflug ins Denken mit Grenzen
Philipp Kissel:
Der Öko-Wolf im Schafspelz
[Heft S.15]
Thilo Spahl:
Vision: Nachhaltige Stagnation?
Thilo Spahl:
Zu leichte Kost mit fetter Ideologie
Klaus Lampe:
Binsenwahrheiten für morgen aus dem letzten
Jahrhundert
Marie-Theres Deutsch:
Ein Ausstellungsgebäude mit Nachnutzung
zu koppeln, ist absurd
Bernd Herrmann:
Ying Yang Kling Klang
[Heft S.24]
Aitak Walter-Barani:
Brave One World mit einem Hauch Dritte-Welt-Romantik
DeRoy Kwesi Andrew:
Nachhaltige Entwicklung ist für Afrika
eine Sackgasse
Alexander Ewald:
Aus materieller Not soll ideelle Tugend werden
[Heft S.34]
Gunnar Sohn:
Metamorphosen einer Weltausstellung: Mumpitz, Mystik, Mutationen
[Heft S.36]
Matthias Heitmann:
Die stumpfe Klinge einer dumpfen Kritik
[Heft S.38]
WISSENSCHAFT UND ÖKOLOGIE
Frank Prengel:
Der Cyborg als reale Zukunftsvision
Richard Häusler:
Kindern die Umweltsünden austreiben
[Heft S.42]
Michael Miersch:
Das schmeckt den deutschen Bedenkenträgern
MEDIEN
UND KULTUR
James Heartfield:
Der Welt flachster Dom steht in London
[Heft S.44]
WELTGESCHEHEN
Sabine Beppler:
Wenn die Politik ausbleibt, verschwindet die
Hoffnung
RUBRIKEN
Zeitgeister & Updates
[Heft S.8]
Ortners Odysseen
von Helmut Ortner
Stichwort
Europa
von Sabine Reul
Käsblatt
Brief an die Inder
Satire von Sinasi Dikmen
Neue Mitte
von Tillmann Prüfer
[Heft S.26]
BÜCHER
Wer liest was warum
von Hazel Rosenstrauch
Schwerhöribert Fastblinders Politisches Wörterbuch
P wie Politisch korrrrrrekt, Aldä!
von Matthias Heitmann
[Heft S.50]
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Auf nach Hannover
Die Besucherzahlen auf der EXPO 2000 bleiben bislang hinter den Erwartungen
zurück, doch wen wundert's: Seit Monaten hat die erste Weltausstellung
auf deutschem Boden mit schlechter Kritik zu kämpfen. Das mag an
internen Pannen liegen, aber ebenso an den vielen Miesepetern, die auch
ungesehen kein gutes Haar an der EXPO lassen möchten. Es ist leider
sehr populär geworden, über Großprojekte einfach nur zynisch
herzuziehen. So beherrscht seit dem EXPO-Start vor allem ein Thema die
öffentliche Diskussion: die angeblich zu teuren Eintrittspreise.
Solche "Kritik" ist zwar extrem einfältig, sie verbreitet
aber doch eine merkliche Unlust. Dabei ist ein Besuch der EXPO unbedingt
anzuraten. Viele Projekte, die uns in Hannover die Zukunft weisen sollen,
wurden sehr kreativ und teils witzig-ironisch umgesetzt. Die Reise nach
Hannover sollte man sich also nicht vermiesen lassen.
Was nicht heißt, dass man die dort präsentierten
Inhalte unkritisch schlucken sollte. "Nachhaltige Entwicklung"
lautet das große EXPO-Motto, das die Menschheit ins 21. Jahrhundert
leiten soll. Dieses Motto trug zweifelsohne dazu bei, dass schon im Vorfeld
nur vereinzelt echte Begeisterung für die EXPO aufkam. Denn wer Nachhaltigkeit
und Ressourcenschonung predigt, verfängt sich automatisch im Widerspruch,
wenn er diese gigantische, im wahrsten Sinne des Wortes ressourcenverschleudernde
Veranstaltung preist.
Dieses Dilemma steht aber für weit mehr
als nur für Konzeptionsprobleme der EXPO-Macher. Vielmehr zeigt sich
darin eine verbreitete Zukunftsangst und Orientierungslosigkeit der Menschheit
zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Aus einer traditionellen Leistungsschau,
die früher technologische Errungenschaften feierte und der Zukunft
offen gegenüberstand, wurde in Hannover folglich eine mitunter sehr
beklemmende Werteschau, die die Zukunft nur noch als recycelte Version
der Gegenwart zulässt.
In Mittelpunkt der EXPO stehen die Postulate
der Ökologiebewegung, die heute zwar moderater auftritt, die an Bedeutung
und Einfluss aber offenbar noch zugelegt hat. Das zeigt sich nicht zuletzt
am "intellektuellen Beiwerk" zur EXPO, präsentiert in einer
lesenswerten Buchreihe von Campus.
Wer sich also konstruktiv in Zukunftsdiskussionen
einmischen möchte, sollte aufhören, über 69 Mark Eintrittsgeld
zu lamentieren. Er sollte lieber Novo und einige der Campus-Bücher
lesen und dann nach Hannover reisen. Die EXPO bietet reichlich Inhalt,
über die es zu diskutieren gilt.
Eine anregende Lektüre wünscht
Thomas Deichmann
Chefredakteur
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BITTE NOTIEREN |
> Teamer des Jugendklub Get Alive Frankfurt e.V. (JUGA)
haben für das aktuelle Novo eigene Artikel beigesteuert.
Der JUGA ist offizieller EXPO-Veranstalter und
wird dabei gesponsert von One World. In der Woche vom
1.-6. August ist der JUGA vor Ort aktiv und sucht dafür
noch Mitstreiter. Get-Alive-Kontakt: Tel. 069 240059-30, eMail
juga@gmx.de.
> In der letzten Ausgabe berichteten wir über den
Urteilsspruch im Fall ITN vs. LM. Das Magazin
hat nun das Konkursverfahren eingeleitet und zum "Abschied"
eine äußerst gehaltvolle letzte Ausgabe produziert.
Für dieses letzte Heft mit Namen Last Magazine
gibt es ein Bestellformular, das wir Ihnen gerne faxen. Mehr
zum von LM initiierten Institute of Ideas finden Sie unter
www.InstituteOfIdeas.com.
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NEXT NOVO |
> Über die "Zukunft der Arbeit" wird seit
einigen Jahren viel gesagt und geschrieben auch vom
Soziologen Ulrich Beck, dessen Vision einer Weltbürgergesellschaft
wir in dieser Ausgabe schon einmal kritisch kommentieren.
Auf welchen Prämissen beruhen die Diskussionen über
Arbeit im 21. Jahrhundert? Was ist davon zu halten, wenn heute,
statt der traditionellen Forderung nach Vollbeschäftigung,
die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten im Zentrum
politischer Initiativen steht. LESEN SIE SELBST IN NOVO 48
(September / Oktober 2000).
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