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NOVO 45

Editorial

von Thomas Deichmann


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 



Feminisierung




In den 60er- oder 70er-Jahren hätte wohl kaum eine Vertreterin der Frauenbewegung zu glauben gewagt, dass die CDU sich einmal die Feminisierung der Gesellschaft auf die Fahnen schreiben würde. Doch genau das ist inzwischen der Fall. Zwar hat Frauenpolitik unter Rot-Grün noch einmal an Fahrt gewonnen, es war aber die alte schwarz-gelbe Koalitionsregierung, die dieser Entwicklung auf die Sprünge half. Frauenministerinnen, -beauftragte, -förder- und schutzprogramme sind keine rot-grüne Erfindung. Bevor sich aber Feminismus und Konservatismus (früher hätte man gesagt Links und Rechts) versöhnen konnten, vollzog sich auf beiden Seiten ein Sinneswandel.

"Feminine" (weiche) Werte finden heute in fast jeder Lebenssphäre viel größere Anerkennung als "männliche" (harte). Das ist allerdings weniger ein Ergebnis der Überwindung der "Frauenunterdrückung" als Folge der Abkehr von hohen Erwartungen, von Rationalität und Ehrgeiz und anderen ehemals positiv besetzten Werten. Dieser Kulturwandel ist ganz und gar geschlechts-unspezifisch und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Das zeigt sich nicht zuletzt an der zunehmenden Invasion des Staates in die Privatsphäre und der damit einhergehenden Revision des Rechtssystems. Auch darum geht es in unserem aktuellen Schwerpunkt.

Im hinteren Teil des aktuellen Heftes haben wir mehrere Seiten dem ersten Jahrestag des NATO-Kriegs gegen Jugoslawien gewidmet. Ausgewiesene Experten schildern das Schachern um Macht und Einfluss in einer zunehmend militarisierten westlichen Welt.

Eine anregende Lektüre wünscht


 
 
Thomas Deichmann
Chefredakteur

 


 

BITTE NOTIEREN

> Bei Redaktionsschluss lautete der Gerichtstermin für das Verfahren ITN gegen LM: 28. Februar 2000. Auf Seite 48 können Sie nachlesen, um was es dabei geht. Auf der Novo-Website haben wir außerdem eine neue Rubrik eingerichtet, die über die Hintergründe ausführlich informiert:
www.novo-magazin.de/itn-vs-lm.

> Novo bietet schon wieder etwas Neues: ORTNERS ODYSSEEN. Der ehemalige Chefredakteur des JOURNAL Frankfurt wird nun regelmäßig und exklusiv für Novo-Leser auf Seite 9 des Magazins eine Glosse vom Stapel lassen.

> Die Leipziger Buchmesse steht an und Novo ist dabei. Besuchen Sie uns vom 23. bis 26. März auf dem neuen Messegelände in Halle 2, Stand E 306. Infos gibt"s im Internet unter www.leipziger-buchmesse.de oder telefonisch unter 0341  678770.

 



 


 

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> Ein Politskandal jagt den nächsten: Nachdem die CDU wegen der Spendenaffäre seit Ende letzten Jahres reichlich Federn lassen musste, ist nun die neue österreichische Regierung mit (und wegen) Jörg Haiders FPÖ an der Reihe. In anderen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild: auch Italien, Belgien und Großbritannien sind in den vergangenen Jahren von Skandalen gebeutelt worden. Und im Rampenlicht standen zumeist konservative Parteien. Was hat es damit auf sich?
LESEN SIE SELBST IN NOVO 46 (Mai / Juni 2000)

 

 



   
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