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Inside Editorial
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Dieses Missverständnis der gesellschaftlichen Aufgabe von Wissenschaft und Forschung ist auf jeden Fall weit verbreitet und leider auch längst in vielen Redaktionen eingekehrt. So wurde kürzlich ein bedauernswerter Todesfall in den USA nach einem gentherapeutischen Eingriff an einem Patienten in den hiesigen Gazetten breitgetreten, um eines der bedeutendsten Forschungsgebiete für die Menschheit zu diskreditieren und Genwissenschaftler so wie alle, die eine positive Einstellung zur Gentechnik haben, vorsorglich als Monster und potenzielle Nazis erscheinen zu lassen. Sofort waren in vielen Redaktionen hauseigene "Experten" ausgemacht, denen zwar keine besonderen wissenschaftlichen Fachkenntnisse abverlangt wurden, dafür aber umso größeres Talent zum internationalen Anti-Gentech-Trommelschlagen. So gelang es im vergangenen Herbst innerhalb weniger Wochen, eine Diskussion, für die der Philosoph Peter Sloterdijk das Stichwort gab, weitgehend kaputt zu machen. Eine kleine Episode am Rande, die die Stimmungslage verdeutlicht: Ein Novo-Leser kündigte, deutlich moralisch entrüstet, vorsorglich sein Abonnement, nachdem wir im letzten Heft angekündigt hatten, uns in dieser Ausgabe mit Sloterdijk und der Gentechnologie zu befassen. Sogar zwei Buchhändler hatten uns in den letzten Jahren aus ihrem Sortiment genommen, weil sie unsere Behandlung des Themas als moralisch anstößig empfanden. Wir hoffen, mit dieser Ausgabe die Diskussion um die Gentechnik und die Repromedizin auf eine sachliche und zukunftsorientierte Ebene bringen zu können. Wir haben dafür nicht Essayisten um die Darbietung ihrer kulturpessimistischen Weltanschauung gebeten, sondern führende Wissenschaftler um ihre Meinung gefragt. Da sich Novo wegen seiner fundierten Behandlung wissenschaftlicher Themen einen Namen gemacht hat, waren Lee M. Silver, John Campbell und Gregory Stock sofort bereit, Artikel zur Verfügung zu stellen. Das ist sicher keine leichte Kost, deshalb führt Sie unser Wissenschaftsredakteur Thilo Spahl in das Thema ein. Wenn Sie die Texte zu unserem Themenschwerpunkt gelesen haben, werden Sie sicher verstehen, welch enorme Chancen diese Forschungsbereiche eröffnen und wie sinnvoll und human es ist, sie zu begrüßen, zu verteidigen und voranzutreiben. Eine anregende Lektüre wünscht Thomas Deichmann
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Wir spüren in den Nischen des globalen intellektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können... >>
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