Entwicklungsperspektiven der Kernenergie
Friedrich Burtak
und Astrid Gisbertz plädieren für einen
rational begründeten, realistischen Energiemix.
Quantität und Qualität der zukünftigen Nutzung der Kernenergie
wird durch den steigenden Energiebedarf der wachsenden Weltbevölkerung sowie
dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auf der Basis des Umweltschutzes und
der Ressourcenschonung bestimmt. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich der
Weltenergiebedarf verdoppelt. An der Schwelle zum nächsten Jahrtausend zeichnet
sich eine Fortsetzung dieser Tendenz ab. Dabei werden die notwendigen wirtschaftlichen
Aufholprozesse der Schwellen- und Entwicklungsländer die Energienachfrage
bestimmen: 1995 verfügte ein Viertel der Weltbevölkerung in den reichen
Industrieländern über fast zwei Drittel der Primärenergie und über
80% der elektrischen Energie. Zwei Milliarden Menschen haben auch heute noch keinen
Zugang zu kommerzieller Energie. Die International Energy Agency prognostiziert
bis zum Jahr 2020 eine Steigerung der Nachfrage nach elektrischer Energie um 70%,
bezogen auf das Jahr 1995.
Um diesen zukünftig benötigten Strombedarf decken zu können, wurde
auf dem letzten Welt-Energie-Kongreß in Houston unterstrichen, daß
alle heute bekannten und verfügbaren Energieträger additiv zu nutzten
sind, ohne auf einen zu verzichten. Dem kann sich sicherlich auch keine rot-grüne
Regierungskoalition verschließen, die gerne in lokalen Szenarien agiert,
ohne dabei den Weitblick für globale Anforderungen zu zeigen.
Als ein zentrales Thema der globalen Umweltschutzes gewinnt die
CO2-Problematik immer mehr an Bedeutung, da die befürchteten tiefgreifenden
Auswirkungen einer Klimakatastrophe, bei der Millionen Menschen betroffen sein
werden, es verbieten, hier leichtfertig und verantwortungslos ein Experiment mit
dem Weltklima fortzuführen. Insbesondere die deutsche Regierung hat hier
eine anspruchsvolle Position bezogen, indem sie zu mehr als zwei Dritteln an der
Erfüllung des "EU-Beitrags" beteiligt ist und im Jahr 2005 den
CO2-Ausstoß um ca. 250 Mio. Tonnen CO2 gegenüber 1990 vermindern muß.
Die Rückkehr zu allein fossilbefeuerten Kraftwerken ist hier nicht die Lösung.
Die regenerativen Energien in Deutschland basieren im wesentlichen auf der Wasserkraft
und erreichen einen Anteil von ca. 4,5% an der Stromerzeugung. Wind- und Sonnenenergie
tragen nur 0,7% bzw. 0,002% bei. Auch im Hinblick auf Ressourcenschonung bietet
sich Uran als Energieträger an, um Kohle, Öl und Gas vermehrt zu anderen
Zwecken als zur Verbrennung nutzen zu können.
WIRTSCHAFTLICHKEIT UND WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
Anders als bei Gas- und Kohlekraftwerken ist der Strompreis bei der Kernenergie
nur in geringem Maße vom Primärenergieträger abhängig, da
dieser nur einen vergleichsweise niedrigen Anteil an den Gesamtkosten hat. Somit
wirken sich starke Schwankungen des Uranpreises nur gering auf den Strompreis
aus und machen die Kernenergie unabhängig von Preisentwicklungen auf internationalen
Brennstoffmärkten, d.h. der Preis wird in Deutschland bestimmt und kann über
lange Zeit konstant gehalten werden. Dieser Unabhängigkeit stehen hohe Anfangsinvestitionskosten
in die Technik gegenüber, die eine langfristige Planung mit dem entsprechenden
Weitblick auch für zukünftige Energiemarktentwicklungen erfordert. Auch
eine Importabhängigkeit des Primärenergieträgers entfällt
(selbst bei einem Uraneinfuhrstopp steht noch genügend Brennstoff zur Überbrückung
von mehreren Jahren zur Verfügung), anders als bei Öl, Gas und Kohle,
so daß die Kernenergie somit quasi zu den heimischen Energieträgern
zählt.
Der Erhalt der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit
ist allerdings nicht allein eine nur am Kapitalmarkt orientierte Regelgröße.
Unter dem Gesichtspunkt des effizienten Einsatzes der begrenzten Ressource "Kapital"
ist auch hier anzustreben, mit den verfügbaren und begrenzten finanziellen
Mitteln die größte Wirkung im Hinblick auf die Sicherung des menschenwürdigen
Überlebens der Erdbevölkerung in einer möglichst unzerstörten
Natur und Umwelt zu erreichen.
IDEOLOGIEFREIE BEWERTUNG
Die Zukunft der friedlichen Nutzung der Kernenergie wird entscheidend davon geprägt
sein, inwieweit künftige Generationen auf diese Art der Stromerzeugung nicht
verzichten können. Die gegenwärtigen Perspektiven für die sogenannten
Alternativen wie die Photovoltaik, Nutzung der Windenergie oder der Erdwärme
erlauben es nicht, von einer hinreichenden Stromversorgung für die wachsende
Weltbevölkerung durch diese Energieträger auszugehen. Die ausreichende
Deckung der Nachfrage wird in der für uns überschaubaren Zukunft sowohl
durch Verbrennung fossiler Brennstoffe als auch durch die Nutzung der Kernenergie
sichergestellt werden.
Die Entscheidung über den erstrebenswerten Umfang der Kernenergienutzung
muß hierbei auf der Basis dogmatismus- und ideologiefreier Abwägungsprozesse
geführt werden. Wichtigste Richtlinie wird in Zukunft sein, wie mit dem Einsatz
des verfügbaren Kapitals sowie der vorhandenen Technik und der Rohstoffe
der größte Nutzen für die Menschen bei geringster Schädigung
(entsprechend einer Nutzen-Kosten-Optimierung) der Umwelt erreicht werden kann.
Ideologisch basierte Diskussionen versperren den Blick auf die tatsächliche
Zielsetzung und führen zu Entscheidungen, die nicht am vorrangigen Ziel eines
optimierten Verhältnisses zwischen Nutzen und Kosten (= möglich geringe
Umweltschädigung) orientiert sind. Als Beispiel sei hier die in Deutschland
geführte Diskussion um die dezentrale Energieerzeugung genannt, die für
sich genommen keinen anzustrebenden Wert darstellt. Die tatsächliche Zielsetzung
hingegen ist eine möglichst umweltverträgliche Stromerzeugung. Der optimale
Weg hin zu diesem Ziel kann unter Berücksichtigung der geographischen, klimatischen,
technischen oder sozialen Gegebenheiten in einem Fall über eine zentrale
Struktur über Großkraftwerk, im anderen Fall über eine dezentrale
Struktur gehen.
RISIKOBEWERTUNG
Die künftige Bewertung des Restrisikos muß in stärkerem Maße
als bisher den Nutzen der Kernkraft als einzig großtechnisch verfügbare,
CO2-freie Stromerzeugung berücksichtigen. Demgegenüber sind die Risiken
eines Verzichts abzuwägen. Ein weiterer starker Anstieg des weltweiten CO2-Ausstosses
wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer globalen Klimaerwärmung führen,
die große Herausforderungen an die Menschen des 21. Jahrhunderts stellen
wird. Diese globalen Auswirkungen werden in den von Menschen überschaubaren
Zeiträumen irreversibel sein. Somit ist zwischen dem fiktiven Restrisiko
der Kernenergienutzung und dem weitaus wahrscheinlicheren Risiko eines geänderten
Weltklimas abzuwägen.
Das vorhandene Restrisiko der Kernenergie wird durch die Weiterentwicklung
der Technik sowie der administrativen Überwachung der Sicherheit weiter reduziert
werden. Diese Entwicklung wird durch die vorhandenen Vorteile der Nutzung der
Kerntechnik vorangetrieben werden. Deutsche Kerntechniker spielen dabei als Vorreiter
in der Sicherheitsphilosophie besonders durch Ost-West-Partnerschaften eine wichtige
Rolle.
ENTSORGUNG RADIOAKTIVEN ABFALLS
Die Prinzipien der Entsorgung des radioaktiven Abfalls basieren zum einen auf
der Verwirklichung eines geschlossenen Kreislaufes, zum anderen auf der unschädlichen
Lagerung der Reststoffe außerhalb der auf die Menschen wirkenden Biosphäre.
In der Kerntechnik dachte man - beispielhaft für eine Großindustrie
- als erstes in geschlossenen Stoffkreisläufen (Kernbrennstoffkreislauf),
um die anfallenden Abfallstoffe, soweit technisch möglich, wiederzuverwerten.
Die Energieträger Uran und Plutonium der abgebrannten Brennelemente werden
in der Wiederaufarbeitung von den restlichen Spaltprodukten getrennt und können
anschließend weiter zur Stromerzeugung verwendet werden. Diesem Prinzip
der weitestgehenden Rezyklierung folgten erst später andere Industrien.
Die derzeit realisierten Entsorgungskonzepte für den verbleibenden
Abfall sehen eine Endlagerung in tiefen geologischen Formationen vor, wobei eine
künftige Gefährdung der Biosphäre, also unseres Lebensbereiches,
für die Zukunft ausgeschlossen sein wird. Ein Endlager wie z.B. der Gorlebener
Salzstock, der sich seit Millionen von Jahren nicht verändert hat, bietet
den abgebrannten Brennelementen aus 200 Jahren Betrieb aller 19 deutschen Kernkraftwerke
Platz.
AKTUELLER STAND DER TECHNIK
Für die Entwicklung neuer Kernkraftwerkstypen ist nicht so sehr der aktuelle
Bedarf an Grundlastkraftwerken in Deutschland (Entscheidungen zum Reaktor-Neubau
sind sicherlich erst in ca. fünf Jahren notwendig), sondern mehr der Erhalt
bzw. die Weiterentwicklung des Fachwissens und des kompetenten Service für
die nukleare Sicherheit der heute laufenden Kernkraftwerke von Bedeutung. Die
Sicherheit im Bereich Kerntechnik wird nicht durch einmalige Spezifikation, Begutachtung
und Betriebsgenehmigung erreicht. Die Betreiber sind vielmehr gehalten, während
der gesamten Lebensdauer ihrer Anlagen den jeweiligen Stand von Wissenschaft und
Technik sorgfältig zu prüfen und in die bereits genehmigten und laufenden
Anlagen geeignet einzubringen. Know-how muß somit nicht nur in künftige
Kernkraftwerke, sondern eben auch für die bestehenden Anlagen erhalten und
fortentwickelt werden.
Zwei neue Reaktorlinien, der Druckwasserreaktor European Pressurized
Water Reactor (EPR) und der Siedewasserreaktor SWR-1000, werden derzeit in Deutschland
gemeinsam mit europäischen Partnern entwickelt. Sie erfüllen die Forderungen
des im Jahre 1994 novellierten Atomgesetzes, die besagen, daß die Auswirkungen
eines Kernschmelzunfalls auf die Anlage so zu begrenzen sind, daß keine
schwerwiegenden Katastrophenschutzmaßnahmen mit Bevölkerungsevakuierung
in der Anlagenumgebung notwendig werden. Dazu werden, zusätzlich zu den aktiven,
bevorzugt passive, d.h. naturgesetzlich wirkende Sicherheitssysteme wie Schwerkraft
oder Wärmeübertragung eingesetzt. Diese funktionieren unabhängig
von menschlichen Eingriffen und der Versorgung mit Energie. Zusätzlich sind
diese Reaktorlinien so ausgelegt, daß sie auch im liberalisierten Strommarkt
konkurrieren können.
Der EPR entsteht als evolutionäre Entwicklung in deutsch-französischer
Zusammenarbeit aus zwei erfolgreichen nationalen Baulinien und hat Ende 1998 die
"Basic Design" Phase abgeschlossen. Die Sicherheitssysteme sind beim
EPR mehrfach redundant ausgelegt. Entsprechend den Vorgaben der unabhängigen
Sicherheitskommissionen beider Länder werden Auswirkungen von außen,
wie zum Beispiel der Absturz eines schnell fliegenden Militärflugzeuges,
beherrscht. Die verfahrenstechnischen, mechanischen Systeme sind räumlich
von den elektrotechnischen und leittechnischen Systemen getrennt. Passive Sicherheits-
und Kühlsysteme gewährleisten, daß selbst bei einer Kernschmelze
die Flutung und Kühlung sichergestellt ist und sich die Schmelze nicht ungehindert
ausbreiten kann.
Unter Berücksichtigung ähnlicher Sicherheitssystemanforderungen
wie beim EPR entsteht der SWR-1000 als innovatives Reaktorkonzept. Bereits im
September 1998 wurde ein Antrag auf Prüfung nach dem deutschen Atomgesetz
zu wesentlichen Aspekten des SWR-1000-Sicherheitskonzeptes an das Bundesamt für
Strahlenschutz gestellt.
Auch die evolutionäre russische Leichtwasser-Reaktorlinie des WWER-640 zeichnet
sich aufgrund einer inzwischen langjährigen Ost-West-Zusammenarbeit durch
einen deutlich gehobenem Sicherheitsstandard aus.
ERWEITERUNG DER NUTZUNG
Bei stark steigendem Energiebedarf, wie z.B. in Japan, wird an einer notwendigen
Erweiterung der bereits vorhandenen Nutzung herkömmlicher Reaktorkonzepte
gearbeitet. So haben die Japaner am 10. November 1998 erstmalig Kritikalität
des ersten japanischen Hochtemperaturreaktors erreicht. Besonders für Länder
mit geringen Energierohstoffen bietet sich ein Reaktorkonzept mit hohem thermischen
Wirkungsgrad (durch die hohe Kühlgastemperatur von bis zu 950°C) und
einer guten Brennstoffausnutzung (günstige Eigenschaften der "coated
particles") an. Möglichkeiten für den Wärmemarkt sowie die
Erzeugung von Wasserstoff sind ebenfalls bedeutende Gesichtspunkte.
Der deutsche THTR wurde 1988 nach nur zweijährigem Betrieb
und bald nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl aufgegeben.
SCHONUNG DER RESSOURCEN
Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung gebietet sowohl
den effektiven Gebrauch als auch die weitgehende Schonung der natürlichen
Ressourcen. Die derzeitigen Kernkraftwerke nutzen in der Spaltreaktion im wesentlichen
das Isotop 235U, das nur zu 0,7% im natürlichen Uran enthalten ist und vor
Verwendung im Reaktor durch das Verfahren der Urananreicherung im Kernbrennstoff
höher konzentriert wird. Ein nicht vernachlässigbarer Beitrag zur Energiegewinnung
wird jedoch auch bei der gegenwärtigen Technik aus dem zwangsweise stattfindenden
Brutprozeß gewonnen, bei dem das im Reaktor nicht spaltbare 238U durch kernphysikalische
Prozesse in Plutonium umgewandelt wird. Dieses in jedem Kernkraftwerk erzeugte
Plutonium wird schon während des Betriebs gespalten und trägt seinerseits
zur Energiegewinnung bei.
Die verstärkte Einbeziehung des Isotops 238U in die Nutzung
der Kernenergie ist zum einen über die Wiederaufarbeitung des verbrauchten
Kernbrennstoffes möglich, zum anderen über weiterentwickelte Reaktoren,
die in stärkerem Maße als bisher den Brutprozeß nutzen, um aus
dem nur unzureichend verwerteten 238U-Spaltstoff zu erbrüten (Schneller Brüter).
Mit der Wiederaufarbeitung können die Spaltstoffe aus den abgebrannten
Brennelementen gewonnen und der erneuten Nutzung zur Verfügung gestellt werden.
Die natürlichen Vorräte an Uran lassen sich so um mehr als ein Drittel
strecken. So läßt sich beispielsweise durch die Wiederaufarbeitung
eines einzigen abgebrannten Brennelements eines deutschen Druckwasserreaktors
soviel Energie gewinnen wie aus dem Verbrennen von ca. 10.000 t Steinkohle. Ein
mit abgebranntem Kernbrennstoff beladener Castor-Behälter enthält damit
Rohstoffe, aus denen soviel Strom erzeugt werden kann wie aus 200.000 t Kohle.
Derzeit betreiben in Europa die Länder Großbritannien
und Frankreich in großtechnischem Maßstab Wiederaufarbeitungsanlagen.
Die Kosten dieses aufwendigen Prozesses konkurrieren hierbei mit dem günstigen
Preis für Natururan sowie mit der technisch einfacheren Entsorgung des abgebrannten
Brennstoffs über die direkte Endlagerung.
Es wird jedoch nur eine Frage der Zeit sein, daß der Rohstoff-
und Energiehunger der wachsenden Erdbevölkerung auf diesen Rohstoff in stärkerem
Maße als bisher zurückgreifen wird. Es ist unwahrscheinlich, daß
auf der einen Seite die fossilen Energievorräte mit immer höherem technischen
Aufwand ausgebeutet werden (z.B. Nutzung von Ölschiefer oder Offshore-Bohrungen
in immer tieferen Meeren), auf der anderen Seite aber mit jedem endgelagerten
Brennelement das Energieäquivalent von mehreren Güterzügen voller
Kohle unter der Erde verschwindet.
Der Einsatz von Reaktoren, die aus dem nicht spaltbaren 238U-Spaltstoff
erbrüten, kann die für die Energiegewinnung durch Kerntechnik nutzbaren
Rohstoffe um das Hundertfache vergrößern. Weltweit wurden bislang einige
dieser sogenannten Brutreaktoren im Demonstrationsmaßstab gebaut, die derzeit
mehr oder weniger erfolgreich arbeiten. Auch hier wird der wachsende Strombedarf
und die begrenzte Reichweite anderer verfügbarer Rohstoffe dazu führen,
daß der Zugriff auf diese Technik forciert wird und die noch existierenden
technischen Probleme zügig gelöst werden.
Die Menschheit wird in Zukunft sicherlich alle offenstehenden Möglichkeiten
zur Stromerzeugung und Energiegewinnung nutzen. Die Bewertung wird sich hierbei
an den praktischen Vorteilen und dem Nutzen, wie z.B. der technischen Verfügbarkeit
oder dem Vorhandensein der Rohstoffe, sowie am Leitbild der Nachhaltigkeit orientieren.
Die Konsequenz hieraus wird eine verstärkte Nutzung der Kernenergie mit einer
größeren Anzahl von Reaktoren sein, die bevorzugt in Ländern mit
entsprechender Infrastruktur und der Möglichkeit der Einbindung solcher Großkraftwerke
in die nationalen Versorgungsnetze zum Einsatz kommen werden.
Weltweit sind derzeit mehr als 400 Kernkraftwerke in Betrieb, über
40 im Bau und 15 in Planung. Das globale Zukunftsbild der Kernenergie wird durch
moderne Reaktoren wie den EPR oder den SWR-1000, die Nutzung des Brutprozesses
sowie der Wiederaufarbeitung geprägt sein. Dieser weltweite Trend wird durch
eine zu wenig reflektierte Abwehrhaltung, wie sie in der aktuellen Ausstiegsdebatte
in Deutschland zum Ausdruck kommt, höchstens kurzfristig und lokal beeinflußt
werden.

Dr. Friedrich Burtak ist Sprecher der Fachgruppe Reaktorphysik der Kerntechnischen
Gesellschaft e.V.
Dr. Astrid Gisbertz ist Vorsitzende des Young Generation Network der European
Nuclear Society.