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  Mai/Juni 1999 ZUR SACHE
 

Inside

NOVO 40

Editorial

von Thomas Deichmann

Die «humanitäre
und präventive
Außenpolitik»
verstärkt die
Kriegsgefahr

Im Umweltminis-
terium Trittins:
dogmatische
Wissenschafts-
zensur
und
ideologische
Säuberungen


 

Editorial




Apropos
Frieden & Atomkraft

 

Die Grüne Partei wurde 1980 gegründet und hatte ihre Wurzeln in der Friedens- und Anti-Atomkaftbewegung. Beide Politikfelder standen lange im Zentrum grüner Programmatik. Seit einigen Monaten kümmern sich erstmals grüne Bundesminister um die Außen- und Umweltpolitik. In NOVO 38 warnten wir davor, daß die von Außenminister Fischer angekündigte "humanitäre und präventive Außenpolitik" die Kriegsgefahr in der Welt verstärken würde. Leider haben wir Recht behalten. Am 24. März begann die NATO mit Beteiligung der Bundeswehr aus "humanitären Gründen" einen Krieg gegen Jugoslawien. Fischer und Scharping schossen aus allen Rhetorik-Kanonen. Es offenbarte sich eine ganz und gar nicht überraschende Politik in ihrer letzten Konsequenz - eine Politik, die NOVO seit Jahren als gefährlich und destruktiv kritisiert. Ab Seite 36 des Magazins haben wir für Sie Fakten und Fragen über den Krieg um das Kosovo zusammengetragen.

Schwerpunkt dieser Ausgabe ist der letzte verbleibende grüne Programmpfeiler: der Ausstieg aus der Atomkraft. Es zeigt sich auch hier, daß sich die Partei längst überlebt hat. Die Grünen betreiben nicht nur eine systematische Manipulation und Verunsicherung der Bevölkerung mit der Streuung immer neuer Atomkraft-Apokalypsen, sie verschließen sich auch kategorisch dem wissenschaftlichen Fortschritt und dem Vorwärtskommen der Gesellschaft. Thilo Spahl eröffnet unseren Themenschwerpunkt auf Seite 11 mit einem optimistischen Ausblick in das nächste Jahrtausend der Kernfusion. Matthias Heitmann hat sich im Umweltministerium Trittins umgeschaut. Ab Seite 44 lesen Sie seine ernüchternde Reportage: Dogmatische Wissenschaftszensur und ideologische Säuberungen, wie man sie eigentlich nur aus Diktaturen kennt, gehören seit dem Regierungswechsel zum deutschen Anti-Atomkraft-Alltag.

Peter Handkes neues Theaterstück Die Fahrt im Einbaum oder Das Stück zum Film vom Krieg wird am 9. Juni am Wiener Burgtheater uraufgeführt. Es ist uns eine besondere Freude, Ihnen einen auszugsweisen, exklusiven Vorabdruck des Stücks präsentieren zu dürfen. Claus Peymann führt Regie an der Burg. In einem Interview äußert sich der große Theatermacher über seinen bevorstehenden Wechsel ans Berliner Ensemble und, exklusiv für NOVO, über Handkes neues Theaterstück und sein "grandioses, berührendes Spätwerk". Zur Illustration haben wir von Karl-Ernst Herrmann, der das Bühnenbild für Die Fahrt im Einbaum gestaltet, farbige Skizzen erhalten.

Erstmals wird NOVO in Österreich vertrieben: In Wien vom Buchhandel Morawa (Wollzeile 11). Wenn Ihnen NOVO gefallen hat, empfehlen Sie es weiter und bitten Sie Ihren Händler, es fest in sein Sortiment aufzunehmen. Oder schließen Sie ein Abonnement ab. Was Sie in Zukunft von NOVO erwarten dürfen? DAFÜR STEHT NOVO beschreibt unsere Perspektive, und unter NEXT NOVO finden Sie einen Ausblick auf den Themenschwerpunkt des nächsten Hefts. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Thomas Deichmann
Chefredakteur

 


 

NEXT NOVO

Die Gesellschaft scheint von einer neuen Krankheit befallen: Mobbing. Seit einigen Jahren lesen wir immer neue Schlagzeilen über Opfer von rüdem Verhalten am Arbeitsplatz: Kollegen gehen sich allem Anschein nach immer häfiger an die Gurgel. Mobbing geschieht heimtückich und hat mittlerweile fast überall Einzug gehalten: Alle Plätze, wo sich Menschen versammeln, scheinen davon infiziert. Auch das deutsche Rechtssystem widmet sich zunehmend Mobbing-Fällen. NOVO wird sich in der nächsten Ausgabe ausführlich mit diesem Thema befassen. LESEN SIE SELBST IN NOVO 41 (Juli/August 1999)

 


 



   
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Wir spüren in den Nischen des globalen intellektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können...  >> Dafür steht NOVO